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Der beschwerliche Weg zum Wunschkind

   

Kinderkriegen ist in Deutschland zu einem Problem geworden. Zunehmend mehr Männer und Frauen versuchen ihre Hoffnung auf ein Wunschkind mit Hilfe der modernen Fortpflanzungsmedizin einzulösen. Jedes Jahr entscheiden sich 40.000 Frauen für eine In-vitro-Fertilisation (IVF), bereits jedes 80. Kind wird heute in der Petrischale gezeugt. Doch die Paare, die sich auf eine IVF einlassen, sind sich über den hohen Aufwand und die geringen Erfolgsaussichten der künstlichen Befruchtung oft nicht im Klaren. Neue Methoden, wie die Spermainjektion ins Ei (ICSI), finden rasant Verbreitung, obwohl die Spätfolgen heute noch nicht absehbar sind.

Einen Wegweiser durch das Labyrinth der modernen Fortpflanzungsmedizin möchte Wissenschaftsautor Martin Spiewak mit seinem Buch Wie weit gehen wir für ein Kind (Eichborn-Verlag, 2002, 255 Seiten, 22,90 Euro) bieten. In einer Mischung aus Reportage und Faktenwissen lässt der Autor vor allem auch jene zu Wort kommen, die in den Debatten der Öffentlichkeit wenig Gehör finden: die Betroffenen. Wie ergeht es Kinderlosen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen? Was versprechen sich Frauen, die für eine fremde Eizelle bis nach Spanien reisen? Wie wurde aus der guten Hoffnung einer Schwangerschaft ein neun Monate dauerndes Risiko?

Spiewaks Buch bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Fortpflanzungsmedizin und informiert über die Möglichkeiten der Zukunft. Der Autor erklärt in einer auch für Laien verständlichen Weise, wie die Verfahren mit den komplizierten Namen eigentlich funktionieren. Die Erfolgschancen der Fortpflanzungsmedizin werden realistisch dargestellt und Risiken reproduktionsmedizinischer Verfahren wie Mehrlingsgeburten nicht unter den Teppich gekehrt. 20 Jahre nach dem ersten deutschen Retortenbaby sei Spiewak das Kunststück gelungen, in einem seit Jahren von ideologischen Grabenkämpfen vermessenen Gebiet eine nachdenkliche, wohl informierte Bestandsaufnahme vorzulegen, schreibt Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer in der Frankfurter Rundschau.

Ergänzend zu seinem Ratgeber hat Spiewak im Internet eine umfangreiche Link-Sammlung zum Thema Unfruchtbarkeit und Reproduktionsmedizin zusammengestellt:
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg