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Windeln für Sechsjährige?

   

Auch gesunde Kinder brauchen oft lange, bis sie nachts ihren Harndrang kontrollieren können. Dies liege daran, dass manche Kinder einen extrem tiefen Schlaf haben und der Meldereiz volle Blase noch sehr schwach ist, erläutert der Kinder- und Jugendarzt Andreas Busse aus dem bayerischen Tegernsee. Mit vier Jahren bräuchten noch etwa 20 Prozent der Kinder beim Schlafen eine Windel, mit sechs Jahren seien es immerhin noch 10 Prozent der normal entwickelten Kinder.

Jedes Kind benötige zur Kontrolle der Blasen- und Darmentleerung seine persönliche Zeit, so der Mediziner weiter. Nur wenn das Kind den Harndrang erkennt, könne es lernen ihn zu regulieren. Erst ab dem zweiten Lebensjahr würde der Abgang von Urin überhaupt bemerkt, betont Busse. Frühestens ab Ende des zweiten Lebensjahres sei das Nervensystem dann so weit entwickelt, dass das Kind den Harndrang rechtzeitig registriert: Das Kind zeige Unruhe, wenn es muss.

Eltern könnten ihren Nachwuchs beim Sauber-Werden am besten durch Geduld unterstützen, rät der Kinderarzt. Sie sollten das Kind loben, auch wenn es zu spät erkennt, dass es muss. Hilfreich sei es auch, wenn das Kind schon mal mit dem Teddy oder der Puppe den Gang auf das Töpfchen übt. Keinesfalls sollte das Kind zum Sauber-Werden gedrängt werden. Auch sollten Eltern nicht die Flüssigkeitszufuhr einschränken - die Entwicklung zu einer selbstständigen Blasen- und Darmkontrolle könne so nicht beschleunigt werden. Im günstigsten Fall brauche ein Kind, das tagsüber schon auf die Windel verzichten kann, noch etwa fünf Monate, bis es auch nachts ohne auskommt. Durch zweiteilige Schlafanzüge, ein Nachtlicht oder Windelhosen könnten Eltern ihr Kind dazu anregen, auch in der Nacht die Toilette aufzusuchen.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg