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Verhütung bald auch Männersache

   

Schon seit längerem arbeiten Pharmakonzerne wie die Berliner Schering AG an einem Verhütungsmittel für den Mann. Bislang stand dabei ein Hormon-Cocktail aus männlichem Testosteron und weiblichem Gestagen im Vordergrund. Das Verfahren ist bislang noch recht kompliziert: Ein Gestagen-Implantat im Oberarm, das einmal jährlich erneuert werden muss, blockiert die Bildung von körpereigenem Testosteron und damit von Spermien. Um Libido und Potenz zu erhalten und anderen Symptomen von Testosteron-Mangel vorzubeugen, muss zusätzlich alle drei Monate eine Spritze mit künstlichem Testosteron verabreicht werden.

Klinische Erfahrungen mit der Verhütungsmethode liegen noch nicht vor. Werner-Karl Raff, Leiter des Geschäftsbereiches Fertilitätskontrolle und Hormontherapie bei Schering, glaubt jedoch, dass mit ähnlichen Nebenwirkungen zu rechnen sein wird wie bei der Pille für die Frau. So beschleunigen synthetische Hormone beim Brustkrebs das Wachstum eines bereits existierenden Tumors - ohne allerdings Krebs hervorzurufen. Dies wird auch beim Prostatakrebs so sein, vermutet Raff.

Angesichts dieser Risiken setzt die Pharmaindustrie nicht nur auf hormonelle Verhütungstechniken. Eine Alternative könnten Erkenntnisse aufzeigen, die Forscher am Glycobiology Institute der Universität Oxford jetzt im Tierversuch gewonnen haben. Wie die Fachzeitschrift New Scientist berichtet, wiesen die Wissenschaftler um Aarnoud van der Spoel die empfängnisverhütende Wirkung der Substanz NB-DNJ (N- Butyldesoxynojirimycin) nach. NB-DNJ deformiert das Kopfende der Samen, das benötigt wird, um in die Eizelle zu gelangen.

Die Forscher testeten das Mittel an Mäusen, deren Spermien durchschnittlich alle drei Wochen ersetzt werden. Nach dreiwöchiger Behandlung mit dem Mittel waren alle Mäuse unfruchtbar, drei Wochen später aber wieder zeugungsfähig. Nebenwirkungen wurden laut New Scientist nicht beobachtet. Weil bei Männern Spermien etwa alle 40 Tage neu gebildet werden, wäre nach Angaben der Wissenschaftler die regelmäßige Einnahme der Pille über diesen Zeitraum nötig. Falls auch Versuche an Menschen positiv verlaufen, könnte das Mittel relativ schnell in den Handel kommen, da es bereits zur Behandlung der seltenen, genetisch bedingten Gaucher- Krankheit zugelassen ist und bisher keine größeren Nebenwirkungen beobachtet wurden.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg