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Vaterschaft - So setzen Mütter ihren Anspruch durch
Vaterschaft und Vaterschaftstest
"bin ich wirklich der Vater?" fragt sich mancher Mann. Nicht zu Unrecht. Statistiken besagen, dass jedes 10 Kind nicht von dem Mann stammt, der in dem Glauben lebt der leibliche Vater zu sein. Auf der anderen Seite versuchen viele Männer sich vor ihren Unterhaltspflichten zu drücken. Verständlich also, dass Männer und Frauen in gleichem Maßen daran interessiert sind zu erfahren, wer der leibliche Vater ist.
Fragen und Antworten zum Thema "Vaterschaft"
Welche rechtlichen Konsequenzen hat die Entdeckung eines Fehltritts für das Kind die erwischte Mutter und den leiblichen Vater?
Studien belegen, dass jedes zehnte Kind nicht von demjenigen abstammt, der über Jahre dachte, der Vater zu sein. Überall wird für den schnellen, billigen und vor allem heimlichen Vaterschaftstest geworben. Diese Vaterschaftstests werden vor Gericht zwar nicht anerkannt, sie sind jedoch ein gutes Argument, um eine Vaterschaft gerichtlich anzufechten und ein ausführliches rechtsmedizinisches Gutachten zu beantragen. Wird dabei festgestellt, dass der Ehemann nicht der Vater ist, so hat das erhebliche rechtliche Konsequenzen für die ganze Familie und für den gerichtlich ermittelten Erzeuger des Kindes.
Was ist ein Vaterschaftstest?
Bei einem Vaterschaftstest werden Erbmerkmale in Blutproben, Haaren oder Schleimhautabstrichen untersucht. Durch die Untersuchung wird festgestellt, welche von ihnen das Kind besitzt und welche vom Vater stammen müssen. Besitzt der untersuchte Mann mindestens zwei der Merkmale nicht, die das Kind von seinem Erzeuger geerbt haben muss, so ist er mit Sicherheit nicht der Vater des Kindes. Besitzt der Mann alle Merkmale, die das Kind von seinem Vater geerbt haben muss, wird eine Vaterschaftswahrscheinlichkeit berechnet. Wenn diese über 99,9 Prozent beträgt, ist die Vaterschaft erwiesen.
Der Ehemann ist nicht der Vater- die Folgen
Die Frist zur Anfechtung der Vaterschaft beträgt zwei Jahre ab dem Bekannt werden neuer Umstände. Das heißt, erst wenn die Vermutung entsteht, dass etwas nicht stimmt, beginnt die Frist zu laufen. Ein Kompakt-Gutachten hat zwar vor Gericht keinen Bestand, kann aber Anlass sein, um die Vaterschaft gerichtlich anzufechten. Dort wird dann ein ausführliches Gutachten durchgeführt, welches das Testergebnis bestätigt.
Wenn das Kind nicht von demjenigen abstammt, der bislang als der Vater galt und wenn dieser oder ein anderes Familienmitglied die Vaterschaft anfechtet, so kann das weitreichende Folgen für alle Beteiligten haben:
· Das Kind hat Anspruch auf Auskunft der Mutter, mit wem diese zur empfängnisbereiten Zeit Geschlechtsverkehr hatte. Der Mutter drohen Bußgelder und Zwangshaft, wenn sie diese Auskunft verweigert. Dazu gibt es diverse Urteile.
· Das Kind kann nicht nur auf Auskunft der Mutter klagen, sondern den richtigen Vater auch auf Vaterschaft mit allen rechtlichen Konsequenzen wie Unterhalt und Erbrecht verklagen.
· Der Ehemann, der meistens schon jahrelang Unterhalt geleistet hat unter Umständen auch rückwirkend Anspruch auf Ersatz des schon gezahlten Unterhalts.
Wer ist der Vater eines Kindes, das kurz vor der Scheidung geboren wird?
Wenn einer der Ehegatten bereits die Scheidung eingereicht hat, aber diese noch nicht rechtswirksam ist, kann der tatsächliche Vater die Vaterschaft wirksam anerkennen. Das geht unter folgender Voraussetzung: Alle Beteiligten, also auch der Ehemann und die Mutter stimmen dieser Anerkennung zu.
Wer kann die Vaterschaft anfechten?
Ein Anfechtungsrecht haben die Mutter, das Kind und der derzeit geltende Vater.
Die Anfechtungsfrist beträgt generell 2 Jahre. Bei der Mutter läuft diese Frist ab der Geburt, bei den anderen Beteiligten 2 Jahre nach Kenntnis der Umstände, die gegen die Vaterschaft sprechen. Falls der gesetzliche Vertreter des Kindes diese Frist versäumt, kann das Kind klagen, wenn es 18 Jahre alt geworden ist.
Was passiert, wenn der Vater die Vaterschaft nicht freiwillig anerkennt oder mehrere Männer als Vater in Betracht kommen?
In diesem Fall bleibt nur die Vaterschaftsfeststellungsklage beim Familiengericht. Zuständig ist das Familiengericht, in dessen Bezirk das Kind seinen Wohnsitz hat. Da in diesen Verfahren kein Anwaltszwang herrscht, als kann die Mutter oder der Vater die Klage selbst einreichen.
Falls die Mutter hierbei Unterstützung braucht, kann sie sich beim zuständigen Jugendamt beraten lassen und gegebenenfalls eine Beistandschaft beantragen. Das Jugendamt nimmt sodann die Prozessvertretung für das Kind wahr.
Im Prozess wird dann durch Gutachten (Vaterschaftstest) geklärt, ob die beklagte Person tatsächlich Vater ist oder nicht. Sollten mehrere Männer in Betracht kommen, so kann durch das Gutachten geklärt werden, welcher der fraglichen Personen tatsächlich der Vater ist.
Sollte der Mann, gegen den geklagt wurde, als Vater festgestellt werden, so trägt dieser auch die Kosten. Diese betragen derzeit ca. 3.000 .
Rechtliche Auswirkungen, wenn die Vaterschaft anerkannt wird
Rechtswirkungen der Vaterschaftsanerkennung
Die Rechtswirkungen der Anerkennung sind dieselben wie bei einer gerichtlichen Feststellung.
a. Der Vater und das Kind sind in gerader Linie verwandt.
b. Ab Geburt des Kindes bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ist der Vater zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet.
c. Verwandte in gerader Linie sind einander verpflichtet, wenn dieses gewünscht wird, über ihre Einkünfte und ihr Vermögen Auskunft zu erteilen, soweit dies zur Feststellung eines Unterhaltsanspruchs oder einer Unterhaltsverpflichtung erforderlich ist. Es ist vor allem auch im Interesse des Vaters, dass er Angaben über seinen Arbeitsplatz, seinen monatlichen Verdienst und darüber macht, für welche Personen (Ehefrau, Kinder) er sonst noch Unterhalt zu leisten hat und ob und in welcher Höhe er Kindergeld erhält. Nur wenn die Verhältnisse des Vaters bekannt sind, können sie auch zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. Wird die Pflicht zur Zahlung des Unterhalts nicht erfüllt, muss der Vater mit Zwangsmaßnahmen rechnen.
d. Die Mutter erfüllt ihre Unterhaltspflicht in der Regel durch Pflege und Erziehung des Kindes. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch der Vater des Kindes Unterhalt geltend machen (z. B. wenn er das Kind betreut).
e. Das Kind hat gegenüber dem Vater einen uneingeschränkten Erbanspruch auf dessen Nachlass. Erbansprüche können auch gegenüber den Verwandten des Vaters entstehen.
f. Der Vater muss der Mutter ggf. die im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und Geburt entstehenden Kosten ersetzen und für bestimmte Zeiten vor und nach der Geburt Unterhalt zahlen.
g. Die Unterhaltsverpflichtung für das Kind umfasst auch den notwendigen Betrag für eine Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Kosten für eine angemessene Ausbildung.
Der private Vaterschaftstest
Wie sicher sind die Privaten Tests?
Die heutigen Privaten Vaterschaftstests sind ebenso sicher wie die gerichtlichen. Sie erhalten ein Resultat mit einer 99% igen Wahrscheinlichkeitsangabe für die Vaterschaft oder mit einem zweifelsfreien Ausschluss der Vaterschaft.
Wie wird der Vaterschaftstests durchgeführt?
Mit einem Entnahmeset wird Speichel aus den Wangentaschen der beteiligten Personen entnommen, und diese an das Labor zurückgeschickt.
Was kostet ein Vaterschaftstest?
Die Preise bei BJ-Diagnostik fangen bei 425 Euro für einen Vater, Mutter und Kind Speicheltest an .Es gibt noch weitere Preisstaffelungen, die sich nach Art der Proben richtet. Auch die Dringlichkeit des Tests spielt eine Rolle.
Wie lange dauert ein solcher Vaterschaftstest?
In der Regel ca. 5 Werktage, das Ergebnis erhalten sie mit der Post und auf Wunsch auch an eine andere Adresse. So können Sie in jedem Fall die Diskretion zu wahren.
Welche Proben kann man noch verwenden ?
Außer Speichel kann man auch Zigarettenreste, Kaugummi, Haare (nach Möglichkeit mit Wurzel), Blut und vieles weitere testen. Alles, was genetisches Material enthält ist geeignet.
Wie alt muss das Kind sein, damit man einen solchen Test durchführen kann?
Der DNA-Vaterschaftstest kann sofort nach der Geburt durchgeführt werden. Wird das Kind gestillt, sollte das Kind mindestens 1 Stunde vor Probenentnahme keine Nahrung zu sich genommen haben, da es vorkommen kann, dass mütterliche Zellen in der Mundhöhle des Kindes das Ergebnis der Analyse beeinflussen könnten.
Ist der Vaterschaftstest mit Schmerzen verbunden?
Nein. Die Zellen, die man für die DNA-Isolierung braucht, können durch einen Abstrich der Mundschleimhaut mit einem sterilen Wattestäbchen (im Probenentnahmeset enthalten ) an der Innenseite der Wangen gewonnen werden. Das ist nicht nur völlig schmerzfrei, sondern kann auch von Ihnen selbst zu Hause durchgeführt werden
Ist es nicht nötig, Blut zu untersuchen, damit das Ergebnis korrekt ist?
Nein. Für ein DNA-Vaterschaftstest ist es völlig unerheblich, ob die DNA aus Mundschleimhaut- oder aus Blutzellen gewonnen wird. Die zu untersuchende DNA ist in allen Zellen einer Person identisch.
Begriffserklärungen
Vater
eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, der die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist. Vgl. § 1592 BGB.
Vaterschaftsanerkennung
Die Vaterschaft kann anerkannt werden:
- zum Kind einer nicht verheirateten Mutter
- zum Kind einer verheirateten Mutter, wenn das Kind innerhalb eines Scheidungsverfahrens geboren wird
Wie wird die Vaterschaft anerkannt?
- durch den Vater persönlich in öffentlich beurkundeter Form
- die Anerkennung ist vor der Geburt möglich
Wo kann die Vaterschaft anerkannt werden?
- bei jedem Standesamt
- bei den Jugendämtern
- bei allen Amtsgerichten
- bei allen Notaren
Wann wird die Vaterschaftsanerkennung wirksam?
- durch persönliche Zustimmung der Mutter in öffentlich beurkundeter Form bei den Behörden durch die auch Vaterschaft anerkannt wird.
Voraussetzungen:
- Abstammungs- oder Geburtsurkunde des Anerkennenden oder
- beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch
- Personalausweise oder Reisepässe beider Elternteile, wenn die Mutter zur Zustimmung anwesend ist
- Zustimmung der Mutter
Hier können Sie ein kostenloses Entnahmeset anfordern
(Redaktion)

DNA Vaterschaftstest
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