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Der Umgang mit dem Partner

   

Tipps für die beziehung
Das nach meiner Meinung Wichtigste für die Beziehung könnte man mit dem Wort Anteilnahme beschreiben. Also, wenn er oder sie sich erkundigen, wie der Tag war, dann auch aufmerksam zuhören - nicht etwa, während der andere redet, in der Zeitung blättern, oder etwas anderes tun. Gefühle oder Probleme keinesfalls abwerten - so nach dem Motto: Soso, aber das ist ja gar nichts gegen das, was ich heute erlebt habe ... Anteilnahme heißt aber auch, zu sagen, dass der Partner/in heute besonders gut aussieht, oder besonders mitgenommen. Interesse am Beruf, an Hobbies zeigen, das Telefon klingeln lassen, wenn gerade ein Gespräch läuft....
Jeder freut sich über kleine Überraschungen.
Große Freude über eine Verabredung zum Wochenende, über Theater- oder Kinokarten, über ein Frühstück im Bett, über einen Liebesbrief - vielleicht zum Geburtstag oder zum Hochzeitstag. Über romantischen Kurzurlaub oder vielleicht sogar über ein Picknick mit Champagner. Ein Zettel in der Jackentasche mit einer Liebesbekundung...
Wenn man Aufgaben zusammen erledigt, bleibt mehr Zeit für die Beziehung.
Spülmaschine ein- oder ausräumen, einkaufen, Müll entsorgen - das sind alles Dinge, die gut ankommen.
Und sonst noch:
Kleine Liebesbeweise, zum Beispiel, anrufen, wenn es später wird. Aufschreiben, wenn jemand für den Anderen angerufen hat.

Der Alltag
Im (Ehe)-Alltag verändert sich die Beziehungen rapide. Schnell ist der Lack ab und die rosarote Brille landet verbogen im Müllsack der Routine. Wenn Alltag und Windeln die Oberhand gewinnen, zeigt sich der wahre Charakter.
Viele Paare trifft die rauhe Wirklichkeit völlig unvorbereitet. Im Sturzflug von Wolke 7 knallen sie hart auf dem Boden der Tatsachen auf. Denn dass im engen Zusammenleben, noch dazu zusammen mit Kindern, so viele Probleme, Meinungsverschiedenheiten, unterschiedliche Rhythmen und Tagesablauf-Vorstellungen und Zwänge aufeinandertreffen, war ihnen einfach nicht bewusst.
Dann wird aus dem Märchenprinz ein Motzfrosch und die Traumfrau wandelt sich zur Meckerzicke. Doch muss das so sein? Kritische Situationen tauchen überall auf.

Einfach ist es, die Schuld beim Anderen zu suchen. Es wird nicht etwa nach einer Lösung, sondern nach dem Schuldigen für die ganze Misere gesucht. Gegenseitige Schuldzuweisungen aber lösen keine Probleme. Im Gegenteil, sie wachsen dadurch immer höher zu einem ganzen Problemberg. Die Liebe hingegen gerät in Vergessenheit.

Sprechen Sie kritische Fragen an, sobald sie auftauchen. Viele Frauen tun das nicht. Sie neigen dazu, erst einmal die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, ihren Ärger runterzuschlucken und sich selbst so regelrecht in einen gefährlichen Dampfkochtopf zu verwandeln. Ist der dann randvoll, kracht`s beim kleinsten Anlass. Der Mann steht davor, kratzt sich am Kopf und schiebt ihre - aus seiner Sicht unverständliche - Explosion auf den Vollmond oder die Periode...
Legen Sie Ihre Probleme lieber rechtzeitig auf den Tisch. So rechtzeitig, dass sich nichts anstaut und so rechtzeitig, dass Zeit bleibt für eine gute Lösung.
Denn solange Sie die Tatsachen sachlich betrachten und verschiedene Aspekte und Meinungen dazu sammeln, schaffen Sie es auch, konstruktive Lösungen zu finden, so dass beide als Gewinner aus der Situation hervorgehen. Lösungsorientierter Umgang mit Problemen bewirkt, dass kleiner Alltagsstress gar nicht mehr auftaucht. Dafür wachsen Liebe und Vertrauen, denn zusammen gelöste Probleme vertiefen die Partnerschaft.
Es gehören ein paar wichtige Voraussetzungen dazu:
Sie müssen erst mal selber wissen, was Sie wollen.
Sie müssen erst mal selber Ihre Grenzen definieren.
Sie müssen die Konsequenz aufbringen, diese Grenzen zu verteidigen.
Und Sie müssen Kreativität mitbringen, um gute Kompromisse zu entwickeln.

Grundsatzfragen müssen geklärt werden, bevor man Kinder kriegt. Nicht erst dann, wenn konkrete Termine anstehen. Dann ist es nämlich meistens zu spät, auf die Schnelle eine gute Lösung aus dem Ärmel zu schütteln.

Gemeinsame Lebensziele und Vorstellungen sind eine weitaus tragfähigere Basis für eine gute Partnerschaft als ein schöner Busen oder ein knackiger Hintern. Denn beides verliert die Form im Lauf der Zeit...
Werden ganz verschiedene Typen plötzlich zusammengepfercht in vier Wänden, entsteht Zündstoff ohne Ende. Es sind die Kleinigkeiten, an denen Beziehungen zerbrechen, nicht die großen Dinge. Der schlampige Zahnpastatuben-Quetscher zum Beispiel nervt die pedantische Zahnpastatuben-Aufrollerin bis zum Wahnsinn. Der Typ Schmusekätzchen - Klammeraffe erdrückt den freiheitsliebenden Einzelgänger und nimmt ihm förmlich die Luft zum Atmen. Der kühle sachlich-ironische Jeden-Tag-Fleisch-Esser verdirbt der romantisch-esoterischen Vegetarierin buchstäblich den Appetit...
Mag´s da im Bett noch so gut klappen, der Alltag zerrt viel zu sehr an den Nerven. Und irgendwann wirft einer das Handtuch.

Auch Lebensziele, -vorstellungen und Gewohnheiten formen sich um im Laufe der Jahre. Wer mit 20 gut zusammenpasst, kann sich mit 40 längst auseinander entwickelt haben. Und so gibt es heute weitaus mehr Lebensabschnittsgefährten als Partner fürs ganze Leben.

Er träumt vielleicht von großen Reisen, teuren Wagen, Wochenenden voller Sport und Abenteuer - und sie will jede Mark sparen für das schmucke Eigenheim und wünscht sich drei Kinder.

Liebe wandelt sich im Laufe der Zeit. Einmal erobern und sich dann ein Leben lang drauf ausruhen - das funktioniert nicht.
Liebe will gepflegt und poliert werden wie feines Silber. Täglich. Denn die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten, Lob, Achtung voreinander und Respekt.



Ehepartner müssen erkennen, wenn was falsch läuft und etwas dagegen unternehmen. Sie müssen lernen, richtig miteinander zu diskutieren. Lernen, von sich zu sprechen und nicht nur den anderen anzuklagen. Lernen, alte Verhaltensmuster und Gewohnheiten aufzubrechen. Lernen, sich gemeinsam zu entwickeln und einander zu unterstützen. Das ist aufreibend...
Wer gut in seinem Beruf sein will, muss sich ständig Fortbilden, das gleiche gilt auch für Partnerschaft und Kindererziehung. Wer hat schon in seiner Kindheit gelernt konstruktiv miteinander umzugehen?
(Forumsbeitrag von pannengeier)


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© Mike Paßmann, Hamburg