Kinder lernen den Umgang mit Geld von Ihren Eltern,
-Kaufverhalten,
-wie kommen die Eltern zu Geld?
Dies beobachtungen rund um das Geld prägen auch die Vorstellungen, mit denen Kinder später ans eigene Erwachsenenleben herangehen, denn:
Muss zum Beispiel die Mutter eine günstige Gelegenheit abwarten, um persönlichen Finanzbedarf anzumelden?
Oder: Erwartet Vater oder Mutter, dass er/sie vor jeder Ausgabe gefragt wird?
Tätigt Vater die Investitionen und Mutter muss gegebenenfalls nur blind unterschreiben?
Wissen beide Elternteile über alles Bescheid, was die Familienfinanzen betrifft?
In Familien, die es sich leisten können, betrachten berufstätige Frauen das eigene Einkommen zuweilen als persönliches Geld. Für die Kinder ist das eine Lektion in Sexismus: denn es wird unterschwellig vermittelt, die Arbeit und das Einkommen von Frauen zählen nicht. Ankommen tut es nur auf den Mann.
Da die wenigsten Kinder heute noch den Arbeitsplatz ihrer Eltern kennen lernen können, denn die Eltern arbeiten an Orten, wo Kinder nicht zugelassen sind, haben Kinder kaum noch die Möglichkeit, den Zusammenhang zu erleben zwischen Arbeit und Geld verdienen. Für viele Kids ist Geld etwas, das man einfach aus der Bank holt oder am Automaten zieht. Um ihnen Zusammenhänge zu verdeutlichen, gewähren Eltern häufig Zulagen zum Taschengeld für ordentliche Erledigung schulischer oder häuslicher Pflichten. Abzüge gibt es bei ungenügender Pflichterfüllung. Eventuell wird dann auch das Taschengeld gekürzt oder entzogen.
Auch Geldentzug als Strafe, Lohnabzüge wegen Nachlässigkeit vermitteln eine Botschaft: Geld kauft ein ruhiges Gewissen. Du kannst dich benehmen wie die der letzte Mensch, wenn du bereit bist, dafür zu zahlen. Geld ist ein Machtmittel - wer zahlt, bestimmt, wo es langgeht.
Taschengeldentzug oder -kürzung ist aus der Sicht des Kindes keine logische Folge (es sei denn, etwas, das mutwillig kaputt gemacht wurde, soll damit ersetzt werden). Das Kind sieht zum Beispiel keinen Zusammenhang zwischen seinem unaufgeräumten Zimmer, einer verärgerten Mutter und der Sperrung des Taschengeldes. Aber es lernt etwas daraus: Mit Geld kann man sich rächen. Mit Geld kann man Menschen manipulieren!
Geld schafft Abhängigkeit. Dies beobachten Kleine bei den Großen und erleben es auch am eigenen Budget.
Obgleich heute viele Kinder viel in der Tasche haben, gibt es doch auch noch immer Eltern, die statt regelmäßiger Auszahlungen von Fall zu Fall um Geld gebeten werden möchten. Oder genaue Rechenschaft verlangen, wofür das Geld ausgelegt wurde.
So oder so - Geld ist hier das Instrument, die Kinder klein und abhängig zu halten. Die Lehre, die der Nachwuchs daraus zieht: Nur eigene Kohle macht frei!
Wenn Kinder erleben, dass die Eltern bei z. B. Arbeitslosigkeit, mit dem Verdienst auch die Selbstachtung ganz verlieren, dann werden sie, je jünger, desto mehr, dem Geld geradezu mystische Bedeutung beimessen.
Kinder lernen nicht viel aus dem, was wir ihnen predigen, sehr viel aber aus dem, was wir ihnen vorleben. Wenn es einen Widerspruch gibt, zwischen Ausspruch/Anspruch und Praxis entgeht ihnen das nicht. Mögen da die "dollsten" Erklärungen kommen, beherzigen werden sie diese gewiss nicht, wenn wir ihnen etwas anderes vorleben.
Wenn die Kreditkarte als Goldesel benutzt wird, werden die Kids kaum verinnerlichen, dass Sparen eine Tugend sei.
Wenn die Eltern sich selbst nichts verkneifen, nichts verkneifen müssen, wird das Kind nicht einsehen, wieso Bescheidenheit ein heiliger Wert sein soll.
Wenn die Eltern das meiste auf Raten kaufen, wird der Nachwuchs ihnen nicht abnehmen, das Schulden nicht erstrebenswert sind.
Wenn die Eltern Versicherungen und Finanzamt betrügen, werden die Kinder ihnen nicht glauben, dass Geldgaunereien unehrenhaft sind.
(Forumsbeitrag von pannengeier)
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