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In der Trotzphase (oder auch Autonomiephase) erwacht das "Ich“ Ihres Kindes zum Leben, das ist meist gegen Ende des zweiten Lebensjahres der Fall. Die Phase hält dann etwa bis zum vierten Lebensjahr an. Was sich der Außenwelt als Trotz darstellt ist im Grunde ein Ablösen und Selbstständigwerden des Kindes. Dieser Prozess ist unumgänglich und extrem wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes, denn in der Trotzphase entwickelt sich der eigene Wille Ihres Kindes. Das geht nur durch die Ablösung von den Eltern, was sich in Trotzanfällen und Gehorsamkeitsverweigerungen ausdrückt. Auslöser der Trotzanfälle sind Gefühle der Wut und Enttäuschung darüber, etwas (noch) nicht allein bzw. ohne Hilfe geschafft zu haben oder nicht selbst bestimmen zu dürfen.
Einige Tipps, wie Sie sich und Ihrem Kind diese anstrengende Zeit erleichtern und einem Trotzanfall vorbeugen können:
Freiräume geben und Grenzen setzen- Überprüfen Sie die Liste Ihrer Regeln und Verbote. Versuchen Sie, die Grenzen und Regeln möglichst übersichtlich zu halten. Wenige, gezielte Regeln sind sinnvoll, verzichten Sie aber auf zu viele kleine Verbote, das frustriert Ihr Kind zusätzlich, denn es stößt nun täglich an seine eigenen Grenzen. Achten Sie auch darauf, dass die Regeln von allen Familienmitgliedern gleichermaßen streng eingehalten werden. Gerechtigkeit gibt Ihrem Kind Sicherheit.
Entscheidungshilfe geben – geben Sie Ihrem Kind nicht so viele Alternativen zur Auswahl. Das überfordert Kinder schnell, denn die Entscheidung für eine Alternative schließt eine andere, eventuell auch interessante Alternative, aus. Schlagen Sie lieber nur eine Sache vor. Anstatt Kekse, Gummibärchen, Eis oder Schokolade zur Auswahl zu stellen, bereiten Sie einfach einen Teller mit Keksen vor.
Selbstständigkeit fördern – Versuchen Sie, Ihrem Kind kleine Aufgaben zu geben, die es allein bewältigen kann. Planen Sie grundsätzlich etwas mehr Zeit für Erledigungen und Aufgaben im Alltag ein und lassen Sie auch mal Ihr Kind Chef sein und das Tempo angeben.
Zeit geben - Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich auf Veränderungen einzustellen. Sagen Sie ihm zum Beispiel, dass es noch zweimal rutschen kann und sie dann nach Hause gehen.
Machtkämpfe vermeiden - Bleiben Sie für Ihr Kind berechenbar und konsequent. Es verwirrt Ihr Kind unnötig wenn Sie in der gleichen Situation mal ja und mal nein sagen.
Ablenkungsmanöver - Wenn sich ein Trotzanfall ankündigt, weil Ihr Kind nicht das dritte Eis am Tag bekommt, ist es manchmal hilfreich, das Kind schnell mit dem süßen Hund, der hinter ihm steht abzulenken, bevor es sich in eine Situation hineinsteigert.
Zuneigung schenken - Nehmen Sie Ihr Kind öfter in den Arm und kuscheln Sie in guten Momenten miteinander. Loben Sie Ihr Kind, wenn es ein Erfolgserlebnis hatte und hören Sie ihm aufmerksam und auch bewundernd zu.
(Mama Lucie)
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