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| Trauma frühzeitig erkennen |
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In der bundesrepublik leiden nach Expertenschätzungen rund 60.000 Menschen an seelischen Verletzungen durch die verschiedensten Erfahrungen von Gewalt. Bei fast der Hälfte der Männer und zwei Dritteln der Frauen, die in ihrer Kindheit schwer misshandelt oder sexuell missbraucht worden sind, kommt es zu so genannten posttraumatischen Belastungsstörungen. Das berichtete unlängst der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren, Arthur Kröhnert.
Zwar gebe es keine genauen Zahlen über Kinder mit seelischen Problemen nach Gewalt, aber ein Kind pro Schulklasse ist mit Sicherheit dabei, glaubt Kröhnert. Allerdings ist nicht jedes Kind, das Gewalt erfahren hat, traumatisiert. Bei Mädchen äußere sich das Problem in Träumerei und Abwesenheit etwa im Unterricht, bei Jungen eher in scheinbar unerklärlichen Ausbrüchen von Aggressivität, sagt der Experte. Je früher man das erkennt und Lehrer oder Erzieher mit den Eltern ins Gespräch kommen, umso eher ist Hilfe gewährleistet. Allerdings fehle es oft an entsprechenden Kenntnissen und Hilfsangeboten.
Häufig wird übersehen, dass nicht nur ein einziges gewaltsames Erlebnis, sondern auch eine dauerhafte Erschütterung des Grundvertrauens eines Menschen durch Erniedrigung oder Missbrauch zum Trauma führen kann, so Kröhnert weiter. Da können sich verschiedene Erlebnisse zum Trauma addieren. Neueste Erkenntnisse der neurobiologischen Forschung hätten zudem gezeigt, dass nach Gewalterlebnissen bestimmte Hirnprozesse nicht weitergehen und sich die Gewaltanwendung festschreibt, erklärt der Experte. Erfahrungen mit Holocaust- Opfern belegten, dass die psychischen Verletzungen nach extremer Gewalt sogar über die Generationen vererbt werden können.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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