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Tod im Kindbett bleibt Realität

   

500.000 Frauen sterben jährlich weltweit an Komplikationen während und nach der Schwangerschaft. Die wichtigsten Todesursachen sind laut einem Bericht im Fachblatt The Lancet Blutungen (25 Prozent), Infektionen (15 Prozent), Fehler bei Abtreibungen (13 Prozent), Eklampsie (zwölf Prozent) und Wehenprobleme. Bis zu 98 Prozent dieser Frauen ließen sich nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergleichsweise einfach retten.

Allein ein Viertel von ihnen stirbt binnen Stunden an Blutungen nach der Geburt. Dabei könnte bereits eine Spritze für rund 40 Cent helfen, die Gebärmutter zusammenzuziehen, berichtet Vivien Tsu vom kanadischen Gesundheitsinstitut Path in The Lancet. Auch den jährlich rund 60.000 Opfern der Eklampsiekrämpfe ließe sich mit billigem Magnesiumsulfat helfen.

In kaum einem anderen Fall werden die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern so deutlich wie bei der Müttersterblichkeit. 99 von 100 Opfern sterben in den Entwicklungsländern. Südlich der Sahara stirbt jede 16. Frau daran. In Westeuropa ist es eine von 4.000. In Deutschland starben nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2001 bei Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett 27 Frauen.

Hauptursachen für die Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern seien Geschlechterdiskriminierung, schlechtes Essen sowie keine oder nur eine mangelhafte Schwangerschaftsvorbereitung und -nachsorge, berichtet Adrienne Germain von der International Womens' Health Coalition in New York. Hinzu kämen Vergewaltigungen und weitere Gewalt. Sie kritisierte zudem politische und ideologische Blockaden gegen umfassende Aufklärung, zuverlässige Verhütung und sichere Abtreibungen.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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