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Statistisch gesehen stürzen in Österreich jährlich rund 800 Kinder vom Wickeltisch. Das bedeutet, dass täglich zwei Kinder von einem Wickeltischsturz betroffen sind. Somit ist der Sturz vom Wickeltisch der häufigste Unfall bei Kindern im ersten Lebensjahr. Durch die Größenrelation des kindlichen Kopfes zum Körper sind Schädelfrakturen sehr oft die Folge.
Statistik
Unfallstudie:
Experten von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE haben nun in einer retrospektiven Studie neben den Verletzungen, die sich Kinder durch einen Sturz vom Wickeltisch zuzogen, auch die Unfallsituation hinsichtlich Uhrzeit, Sturzhöhe- und Umgebung, sowie den motorischen Entwicklungsstand des Kindes zum Unfallzeitpunkt als auch den Unfallhergang genau analysiert. Sie wollen Eltern darüber informieren, welche präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Wickeltischstürzen beitragen können, da Kinder in diesem Lebensabschnitt einem Sturz vom Wickeltisch völlig hilflos ausgesetzt sind.
Verletzungen:
Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass 81 Prozent der Kinder zum Unfallzeitpunkt maximal ein Jahr alt war und zum überwiegenden Teil Kopfverletzungen (80 Prozent) erlitten. Dies ist auf die motorische Entwicklung der Kinder, sowie auf die kindlichen Körperproportionen zurückzuführen. Kinder sind im ersten Lebensjahr, motorisch gesehen noch nicht in der Lage, den Sturz auf den Kopf durch eine Abwehrreaktion der Arme zu verhindern und prallen so kopfüber auf den Boden, der in 60 Prozent der Fälle ein Fliesenboden war, da die betroffenen Kinder im Badezimmer gewickelt wurden. In einem Drittel der Fälle bedingte die Behandlung einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus.
Unfallursache:
60 Prozent der Eltern gaben an, zum Unfallzeitpunkt nicht abgelenkt gewesen zu sein, d.h. in der Mehrzahl der Fälle war ein Elternteil beim Unfall anwesend. Als Unfallursachen wurde von den Eltern vor allem die Unruhe des Kindes (36 Prozent) oder Hektik (21 Prozent) während des Wickelns angesehen. Die Analyse der motorischen Entwicklung des Kindes zeigte, dass die betroffenen Kinder sich direkt vor dem Sturz entweder drehten (31 Prozent), aufsetzten (16 Prozent) oder lagen (19 Prozent).
Sturzhöhe und Wickeltischkonstruktion:
Betrachtet man die Sturzhöhe, so fielen die Kinder in 72 Prozent der Fälle aus einer Höhe zwischen 80 und 110m. Die Sturzrichtung erfolgte zu 50 Prozent über das Fußende, d.h. in Richtung der Mutter. Dies beweist, dass Wickeltischauflagen auch zum Fußende hin einer Erhöhung bedürfen. Aufgrund mangelnder Erhöhung der Wickeltischseitenteile fielen die Kinder zu 30 Prozent an der Seite vom Wickeltisch.
Prävention:
Unterschätzt wird von Eltern oft, wie überraschend sich ein erst wenige Monate altes Baby unter den Händen der wickelnden Person weg drehen kann. Auch nasse oder eingeölte/eingecremte Haut vermindern die Griffsicherheit erheblich, faßt Univ.Prof. Dr. Michael Höllwarth, Leiter der Kinderchirurgie Graz und Vorstand von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE die Unfallrisiken, die zu einem Sturz vom Wickeltisch führen, zusammen.
GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, das Österreichische Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter, gibt Eltern folgende Tipps, um einem Sturz ihres Kindes vom Wickeltisch vorzubeugen:
Lassen Sie Ihr Kind am Wickeltisch niemals aus den Augen und vor allem nicht aus den Händen
Legen Sie alle Wickelutensilien in Griffweite, so dass zumindest eine Hand das Baby immer festhalten kann
Verwenden Sie ausnahmslos Wickeleinrichtungen, die umfangreichen standardisierten Europäischen Sicherheitsnormen entsprechen, d.h. nach prEN 12221-1 bzw. prEN 122221-2 geprüfte Wickeleinrichtungen
Polstern Sie in der Umgebung des Wickeltisches den Boden mit einem Teppich
Sehr quirlige und mobile Babys sollte man am besten am Boden wickeln - dann kann der Absturz zu 100 Prozent vermieden werden.
GROSSE SCHÜTZEN KLEINE ist eine Non-Profit Organisation an der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz, bestehend aus Kinderchirurgen und Kinderärzten. Die Arbeit von GROSSE SCHÜTZEN KLEINE umfasst die statistische Erhebung diverser Unfallsituationen von Kindern und Jugendlichen, Unfallrisken und -häufigkeiten sowie die praktische Umsetzung von Projekten zur Kinderunfallverhütung. GROSSE SCHÜTZEN KLEINE ist Mitglied der European Child Safety Alliance und des internationalen Netzwerkes SafeKidsWorldwide. Falls Sie Fragen haben oder zusätzliches Informationsmaterial (Studien zum Thema) benötigen, wenden Sie sich bitte an GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, AUENBRUGGERPLATZ 34, 8036 GRAZ, Tel.: 0316 / 385 - 3764, e-mail: kinder.unfall@uni-graz.at
(Redaktion)
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