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Wenn es in Familien Zoff gibt
Wissenschaftler der Kölner Uni haben die Streitkultur in deutschen Familien untersucht. Dabei kam heraus, dass Jungen anders mit ihren Eltern streiten als Mädchen.
Zwischen Vätern und Töchtern kommt es zu besonders heftigen Auseinandersetzungen um Telefonanrufe und die Telefonrechnung. Wenn Söhne mit den Vätern streiten, sind eher schlechte Schulnoten der Konfliktstoff. Mit der Mutter streiten Mädchen wie Jungen am meisten über das Aufräumen.
Erstaunlich: Obwohl Themen wie Alkohol, Drogen, Sexualität und Verhütung Jugendliche stark beschäftigen, spielen sie keine große Rolle bei Konflikten mit den Eltern. Freund oder Freundin des Kindes sind zwar immer wieder für einen Streit in der Familie gut, die Auseinandersetzungen fallen aber in der Regel weniger heftig aus.
Ob Mutter oder Vater, Tochter oder Sohn - die konfliktträchtigsten Diskussionspunkte sind neben der Zukunftsplanung der Jugendlichen das Verhalten gegenüber den Eltern, Ordnung und Hilfe im Haushalt.
Klaus Hoppig von der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Kölner Uni hat in seiner Studie auch Unterschiede in der Härte der Streits ausgemacht. Jungen streiten sich heftiger mit ihren Eltern, Mädchen sind zurückhaltender beim Eltern-Zank.
Einen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gibt es nicht nur in der Vehemenz der Streits. Die Forscher entdeckten auch Differenzen im typischen Streitalter. Während die Mädchen im Alter zwischen 14 und 15 am heftigsten mit den Eltern streiten, sind es bei den Jungen die 16- und 17-Jährigen.
Faktoren wie Wohnverhältnisse, Beruf der Eltern oder die Existenz von Geschwistern haben kaum Einfluss auf die Heftigkeit der Streits. Die Streitgespräche führen laut Untersuchung in den seltensten Fällen zur Lösung der Konflikte. Meist wird schließlich das Thema gewechselt. Erst mit steigendem Alter der Jugendlichen nimmt der Anteil an Kompromisslösungen zu.
(Forumsbeitrag von pannengeier)
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