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Stillen bleibt unschlagbar

   

Im Supermarkt können Eltern mittlerweile zwischen 40 verschiedenen Sorten von Muttermilchersatz wählen. Sinkende Geburtenraten und der Trend zum Stillen haben die Hersteller erfinderisch gemacht. Doch keines dieser Produkte kommt an die Qualität von echter Muttermilch heran. Muttermilch ist mehr als nur Nahrung, hat man im Lauf der Zeit erkannt, sagt Mathilde Kersting vom Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund, und bisher sei es noch nicht gelungen, sie vollständig nachzuahmen.

Eltern sollten den neuartigen Produkten und ihren Versprechungen nicht blind vertrauen, raten Wissenschaftler und Ärzte. So sind beispielsweise die hohen Erwartungen an diätetische Lebensmittel für Säuglinge wie die hypoallergene Milch oder die Anti-Bläh-Milch laut der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Berlin unbegründet. Die Empfehlung, sie von der ersten Flasche an zu benutzen, sei bedenklich. Schließlich müsse erst am Säugling diagnostiziert werden, ob er tatsächlich krank sei oder eine Allergie habe.

Experten kritisieren, dass Mütter durch die Werbung für derartige Produkte dazu verleitet würden, vorzeitig mit dem Stillen aufzuhören. Dass durch besondere Milch ein genetisch vorbelasteter Allergiker verhindert werden kann, diese Vorstellung kann man vergessen, sagt Jürgen Kundke, Sprecher des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin. Nur wenn ein Säugling krank sei und zum Beispiel durch die Muttermilch eine bestimmte Art von Durchfall bekäme, könne ein Arzt nach sorgfältiger Untersuchung die hypoallergene Milch verschreiben.

In allen anderen Fällen betrachtet Kundke Designer-Food für Babys als Kokolores. Bisher habe man bei den Produkten keine positive Wirkung auf die Gesundheit feststellen können. Seine Empfehlung lautet deshalb: Stillen, stillen und noch mal stillen - und zwar mindestens ein halbes Jahr lang. Viele Studien haben nämlich gezeigt, dass bis zum sechsten Monat gestillte Kinder weniger anfällig für Atemwegserkrankungen, Übergewicht und Bluthochdruck und neuseeländischen Forschern zufolge sogar intelligenter sind.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg