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Schüler als Packesel

   

Schulärzte stellen bei Reihenuntersuchungen immer häufiger Haltungsschäden bei Kindern fest. Ein Grund dafür sind nach Auskunft von Dr. Dietmar Krause, Rückenexperte beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK), zu schwere und schlecht sitzende Ranzen. Diese belasteten die junge Wirbelsäule unnötig und könnten zu Rücken- und Kopfschmerzen führen. Durchschnittlich 5,5 Kilogramm wiegt das Material, das Kinder bis zur vierten Klasse täglich bewältigen. Mittelschüler schleppen fast 8 Kilogramm, Gymnasiasten gar 12 Kilogramm täglich, berichtet Krause.

Beim Kauf von Schulranzen sollte deshalb nicht nur auf tolles Aussehen, sondern auch auf Gewicht und Sicherheit geachtet werden. Eine Schultasche darf ohne Inhalt in den ersten beiden Schuljahren nicht mehr als 1.200 Gramm wiegen, später nicht mehr als 1.500 Gramm. Lederranzen sind für Grundschüler meist zu schwer. Als Faustregel gilt, dass der bepackte Ranzen nicht mehr wiegen sollte als zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes. Der Ranzen sollte nicht wesentlich breiter als die Schulterpartie des Kindes sein und die Oberkante mit den Schultern abschließen. Das Rückenteil sollte ergonomisch geformt sein. Eine Reliefpolsterung verbessert die Druckbelastung und die Trageeigenschaften.

Die Gurte müssen gut gepolstert, leicht verstell- und schließbar sowie ergonomisch geformt sein. Sie sollten mindestens vier Zentimeter breit und nicht zu kurz oder zu lang sein. Zu lange Tragegurte verlagern den Schwerpunkt nach hinten. Die untere Taschenkante verursacht dabei Druckstellen im Bereich der Lendenwirbelsäule und begünstigt einen Hohlrücken. Für die Verkehrssicherheit ist es erforderlich, an den Vorder- und Seitenteilen mindestens zehn Prozent reflektierende und 20 Prozent orangerote, fluoreszierende Flächen anzubringen. Hier kann man mit Klebefolien nachrüsten.

Doch nicht nur die Schultaschen selbst sind häufig ein Problem, auch ihr Inhalt gleicht oft einem Gemischtwarenladen. Die Palette der Taschenbeschwerer reicht vom Walkman über Gameboy bis zu diversen Spielen und Schminkutensilien. Viele Schüler haben aber auch schlichtweg die Sorge, für unerwartete Stundenplanänderungen nicht gerüstet zu sein und schleppen täglich sämtliche Bücher, Atlanten und Ordner mit. Der Beginn des neuen Schuljahres sei ein guter Anlass, die Kinder dazu anzuhalten, den Ranzen jeden Tag neu zu packen und auf überflüssige Dinge zu verzichten, rät DGK-Experte Krause.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg