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| Rote Zunge hat jetzt Saison |
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Scharlach ist zwischen Oktober und März eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Kinder in der Schule oder im Kindergarten fehlen. Ihren Namen verdankt die ansteckende Krankheit einem ihrer typischen Symptome - der himbeerroten Verfärbung der Zunge. Scharlach betrifft nicht nur Kinder: Rund 60 von 100.000 Einwohnern in Deutschland infizieren sich jedes Jahr mit der Erkrankung. Dazu kommt eine wahrscheinlich hohe Dunkelziffer.
Scharlach wird von Bakterien, den so genannten Streptokokken, verursacht und meist durch Tröpfcheninfektion übertragen. Da mehrere Streptokokken-Typen zu Scharlach führen, ist es möglich, mehrmals an Scharlach zu erkranken. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.
Zwei bis vier Tage nach den ersten Anzeichen - Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, entzündete Mandeln, weiß belegte Zunge, schnell steigendes Fieber, mitunter auch Bauchschmerzen und Erbrechen - sind die untrüglichen Symptome Hautausschlag und eine himbeerrote Zunge zu beobachten. Der Ausschlag befällt den ganzen Körper, lässt aber den Bereich um den Mund oft frei. Verursacht wird er durch Giftstoffe (Toxine), die von den Bakterien produziert werden.
Bei Scharlach gilt, ebenso wie bei jeder fieberhaften Rachenentzündung mit ähnlichen Krankheitszeichen, aber ohne rötlichen Ausschlag: Auf jeden Fall zum Arzt. Der Krankheitsverlauf ist in der Regel zwar gutartig. Wird eine Antibiotika-Therapie jedoch nicht zeitig begonnen und eingehalten, können die Toxine schwere Komplikationen auslösen. Darauf weist Prof. Rudolf Lütticken vom Nationalen Referenzzentrum für Streptokokken in Aachen hin: In bis zu drei Prozent der unbehandelten Scharlach-Fälle kommt es zum akuten rheumatischen Fieber, das unter anderem mit einer Entzündung des Herzens, der Herz-Innenwände oder der Gelenke einhergehen kann. Außerdem lösen bestimmte Streptokokken-Stämme bei bis zu zehn Prozent der unbehandelten Erkrankten eine Entzündung des Nierengewebes aus.
Unbehandelt ist Scharlach bis zu drei Wochen lang ansteckend. Dagegen können Kinder, die sich fit fühlen, bereits zwei Tage nach dem Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen - ohne andere anzustecken.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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