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Das Leiden der Raucher-Kinder

   

Störungen im Allgemeinbefinden, Verhaltensauffälligkeiten, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Erkrankungen der Atemwege: Dies seien häufige gesundheitliche Schäden bei Kindern, die in Haushalten mit Rauchern leben, warnt die Drogenbeauftragte des Bundesgesundheitsministeriums Marion Caspers-Merk unter Berufung auf eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Jedes zweite Kind in Deutschland sei davon betroffen. In der Studie Passiv rauchende Kinder in Deutschland - Frühe Schädigungen für ein ganzes Leben hat das DKFZ zahlreiche Untersuchungen zur Belastung von Kindern durch Tabakrauch ausgewertet.

Tabakrauch sei der mit Abstand bedeutendste und gefährlichste vermeidbare Innenraumschadstoff, so die Einschätzung des DKFZ. Rauchen während der Schwangerschaft steigere das Risiko eines plötzlichen Kindstods in den ersten neun Monaten um das acht- bis 16fache, das Risiko der Ausbildung einer Lippen- Gaumenspalte um 50 Prozent. Immerhin rauche jede fünfte Schwangere die gesamte Schwangerschaft hindurch. Fast die Hälfte der Kinder, die im Mutterleib mit Rauch belastet werden, würde im Grundschulalter übergewichtig. Mittelohrentzündungen und Hirnhautentzündungen treten deutlich häufiger bei Kindern auf, die in Raucherhaushalten aufwachsen.

Nur ein generelles Rauchverbot in der elterlichen Wohnung schützt Kleinkinder ausreichend vor Schädigungen durch Tabakrauch. Darauf weisen Mediziner der Universität Warwick im British Medical Journal hin. Ausgiebiges Lüften der Wohnung habe dagegen keinen nennenswerten Einfluss. Die Wissenschaftler hatten in über 300 Raucher-Haushalten die Eltern darüber befragt, wie sie ihre Kinder vor Tabakrauch schützen. Gleichzeitig analysierten sie den Urin der Kinder auf Rückstände des Nikotin-Abbauprodukts Cotinin.

Die Umfrage ergab, dass zwar die meisten Eltern versuchten, ihre Kinder vor Zigarettenqualm zu schützen, dass aber nur in jeder fünften Wohnung ein Rauchverbot herrschte. Bei den Kindern, die in rauchfreien Wohnungen aufwuchsen, war der Cotininwert im Urin sehr niedrig. Weniger strikte Vorkehrungen wie Rauchen am offenen Fenster oder der Gebrauch von Ventilatoren ergaben dagegen keinen verringerten Cotininwert.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg