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Eine so genannte Patchwork-Familie, in denen ein leiblicher Elternteil, meist die Mutter, mit einem Kind oder mehreren Kindern in einer neuen Ehe oder nichtehelichen Partnerschaft zusammen lebt, bringt für Kinder weniger Probleme mit sich als bisher angenommen. Vielen Kindern kommen die zusätzlichen sozialen Beziehungen sogar zu Gute. Das ist ein Ergebnis der Studie Stieffamilien in Deutschland, die am Deutschen Jugendinstitut in München unter Leitung des Soziologen Markus Teubner durchgeführt wurde.
Damit entkräften die Wissenschaftler das Klischee, dass Kinder auf alle Fälle leiden, wenn sie an Wochenenden oder wochenweise zwischen verschiedenen Haushalten pendeln. Viele profitieren enorm von den zusätzlichen Sozialbeziehungen in so einer modernen Großfamilie, sagte Teubner der Zeitschrift Brigitte. Zwar hätten Patchwork-Familien auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, aber: Wir haben mehr Probleme erwartet, so der Soziologe.
Entscheidend für die Zufriedenheit der rund 850.000 Kinder in diesen Familien ist nach Angaben Teubners, wie gut und zuverlässig der Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil ist. Dies sei in 90 Prozent der Fälle der Vater. 56 Prozent der Kinder sähen den Vater regelmäßig. Negativ auf den Kontakt zum leiblichen Vater wirke sich die Trennungsdauer aus - die Kontakte nähmen mit der Zeit, die seit der Trennung der leiblichen Eltern vergangen ist, ab, so der Sozialforscher weiter. Auch hätten Kinder aus verheirateten Patchwork-Familien seltener Kontakt zum leiblichen Vater als aus nichtehelichen Stieffamilien. Dagegen wirke sich das gemeinsame Sorgerecht positiv auf die Beziehung zum Vater aus.
Nach einer Hochrechnung des Deutschen Jugendinstituts sind von 9,5 Millionen Familien in Deutschland 660.000 Patchwork-Familien. Dabei ist der Anteil von Stieffamilien im Osten doppelt so hoch wie im Westen. Im Rahmen der für das Bundesfamilienministerium erstellten Studie wurden 10.000 Erwachsene mit mehr als 13.000 Kindern befragt.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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