Was können sie tun, damit das Kind lernt mit seiner Wut umzugehen?
- bestehen Sie darauf, dass Ihr Kind seine Wut mit Worten (und nicht mit Taten) ausdrückt. Es soll laut und deutlich ausdrücken, dass es wütend ist und wenn möglich auch, warum es wütend ist.
- Helfen Sie Ihrem Kind dabei. Vor allem kleine Kinder brauchen oft etwas Hilfe beim Zurückdenken, um herauszufinden, wo etwas falsch gelaufen ist. z.B. Bist Du auf xy wütend, weil er dir das Spielzeug weggenommen hat? oder Bist du böse, weil du so lange warten musstest, bis ich mein Gespräch beende?
Schon bald wird Ihr Kind Ihnen sagen können, was nicht stimmt und warum es nicht stimmt.
- Zeigen Sie Ihrem Kind, das seine Gefühle gehört werden (wenn auch nicht immer mit Folgen). Z.B. Du hast recht, wenn du wütend auf mich bist, ich habe wirklich nicht zugehört. Aber jetzt höre ich zu. oder Ich weiß dass du keine Lust hast, noch länger auf den Bus zu warten. Ich auch nicht aber er wird schon kommen.
- Machen Sie deutlich, dass Schlagen als Ausdruck von Wut nicht akzeptabel ist. Greifen Sie in solchen Fällen sofort ein und lassen Sie jedem einzelnen Anlass deutliche Missbilligung (oder Strafe) folgen.
- Helfen Sie Ihrem Kind, seine Wünsche zu formulieren. Wenn Ihr Kind sich über eine Situation beschwert, die ihm nicht passt, braucht es manchmal Unterstützung, um eine positive Handlungsweise in dieser Situation zu entwickeln. Z.B. XY hat mich geboxt! Dann sag ihm ganz laut, dass er das lassen soll. oder XY hat mir die Puppe weggenommen. Geh hin und frag sie, ob du sie zurückhaben kannst. Sag ihr, dass sie dir gehört und dass du sie wieder haben willst.
- Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Am meisten lernen Kinder durch die Beobachtung. Leben Sie vor wie man mit Wut umgeht. Wenn Sie wütend werden, drücken Sie es also aus. Sprechen Sie dann mit lauter Stimme und werden Sie wütend und laut bevor sie sich wirklich hineinsteigern. Gehen Sie dann wieder zur Tagesordnung über. So lernt Ihr Kind, dass man Wut ausdrücken kann und sie dann verraucht. Sagen Sie auch öfter einmal Ich bin wütend! oder Lass mich bitte jetzt in Ruhe! oder ich ärgere mich, dass du dich an unsere Abmachung nicht gehalten hast.
So lernt Ihr Kind mehr, als wenn Sie immer liebenswürdig, vernünftig oder beherrscht bleiben und erkennen, dass Eltern auch nur Menschen sind.
Kinder brauchen Zeit, um den Umgang mit Wut zu lernen. Seien Sie froh, wenn Ihr Kind irgendein Zeichen von Zurückhaltung an den Tag legt - sei es, dass es sich bemüht, in anderes Kind nicht im Zorn zu schlagen oder dass es laut sagt: Ich bin wütend!
Und bedenken Sie: Viele Erwachsene haben diese Lektion bis heute noch nicht gelernt, während Sie bei Ihren Kindern durchaus Fortschritte erzielt haben.
Anregung zum Wutabbau:
- laut herausschreien (wer ist lauter)
- Schimpfstunde (muss keine Stunde dauern) Alle stellen sich im Kreis auf und meckern gleichzeitig alles runter.
- Nein sagen, in den Kreis stellen und mit dem ganzen Körper NEIN sagen.
Zuerst zum linken Nachbarn, wenn der Kreis herum ist alle zusammen.
(Forumsbeitrag von pannengeier)
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