Migräniker haben nicht nur mit ihren Schmerzen zu kämpfen, sondern auch mit ihren Mitmenschen. Ihre Krankheit wird nicht ernst genommen, oft belächelt oder sogar verspottet. Der Münchner Neurologe Dr. Volker Pfaffenrath wiederlegt Vorurteile und Fehlinformationen:
[b]Migräne ist eine Krankheit von Hypochondern oder Sensibelchen.[/b]
Falsch und ungerecht! Mit modernen Bildgebungsverfahren lässt sich nachweisen, dass Migräne keine Einbildung ist, sondern ein hochkomplexes körperliches Geschehen im Gehirn.
[b]Migräne ist wie Kopfschmerz, nur etwas stärker.[/b]
Falsch! Die Migräneschmerzen kommen anfallsartig und werden von einem Bündel von weiteren quälenden Symptomen begleitet. Von Übelkeit und Brechreiz zum Beispiel, von Taubheitsgefühl im Gesicht oder an den Armen, von extremer Empfindlichkeit gegen Licht oder Lärm.
[b]Migräne haben nur Streber oder Intellektuelle.[/b]
Falsch! Die frühere Vorstellung, Migräne gäbe es nur bei bestimmten besonders ehrgeizigen oder peniblen Persönlichkeiten, ist längst überholt. Migräniker finden sich in allen sozialen Schichten und unterschiedlichsten Menschentypen.
[b]Die Ärzte können eh nicht helfen.[/b]
Auch das ist überholt! Die in den letzten Jahren eingeführten so genannten Triptane verhelfen Migränikern zu einer neuen Lebensqualität. Sie machen oft schon nach nur 30 Minuten schmerzfrei.
[b]An Migräne sind Schokolade und zu viele Süßigkeiten schuld.[/b]
Wieder ein Trugschluss: Der Heißhunger auf Süßigkeiten oder fette Nahrungsmittel ist oft ein Vorbote einer Attacke - der sich danach entwickelnde Kopfschmerz ist Teil der Migräneattacke und keine Folge des Schokoladengenusses.
Mehr Informationen über Migräne erhalten Sie bei der Initiative Aktiv gegen Migräne unter der kostenfreien Hotline 0800 / 7654323 und im Internet.
(Redaktion)
Aktiv gegen Migräne