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| Kauderwelsch: Lümpfe statt Schlümpfe |
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Ob aus Schlümpfen Lümpfe werden, der Tasper in den Tinderdarten kommt oder gar ganze Sätze wie unverständliches Kauderwelsch klingen: Die Zahl der Vier- bis Sechsjährigen mit Sprach- und Sprechstörungen wächst nach Ansicht von Experten bedenklich. Besonders oft sind Jungen betroffen. Mindestens doppelt so häufig suchen Eltern mit Söhnen die Logopäden-Praxis auf, manche Forscher gehen sogar von einem Verhältnis von 3:1 oder 4:1 aus. Wir wissen aber nicht warum - außer dass man Frauen generell eine größere Sprachbegabung zuschreibt, sagt die hessische Landesvorsitzende des Bundesverbandes für Logopädie, Borgia Halt.
Neben körperlichen Ursachen wie falscher Zahnstellung, Schwerhörigkeit oder Hirnblutungen in der frühen Kindheit machen Experten auch soziale Faktoren, vor allem die nachlassende Kommunikation in vielen Familien, verantwortlich für die Sprachstörungen. Gameboy, Computer und Fernsehen haben das Gespräch, die Erzählung, das Singen, Reimen und Wortspiele abgelöst, stellt die Psychologin Prof. Christine Kiese- Himmel vom Universitätsklinikum Göttingen fest. Doch nicht jede Unterhaltung sei förderlich. Von schlechten Sprachmodellen könnten Kinder auch eine falsche Aussprache oder Grammatik übernehmen: Wenn die schwerhörige Oma aus Kasachstan auf die Kinder aufpasst, ist das sicher keine günstige Kombination.
Die individuellen Ursachen aus dem Geflecht von Faktoren herauszufinden, sei der erste und häufig schwierigste Schritt bei der Sprachtherapie, weiß der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik, Kurt Bielfeld. Wenn klar sei, welche Bereiche besonders betroffen sind - etwa Aussprache, Wortschatz, Redefluss oder Sprachverständnis -, sollten die Kinder über das Spiel zur Sprache kommen: Die Zeit der reinen Sprechübungen ist vorbei. Mit Bildergeschichten, dem beliebten Kaufmannsladen oder Bewegungsübungen könnten Therapeuten ihre kleinen Patienten zum Sprechen ermuntern; dabei würden sie ihnen ab und zu korrigierte Laute vorsprechen.
Besorgte Eltern sollten eine Therapie nicht zu lange hinausschieben. Je früher wir starten, desto früher gibt es Erfolge - inzwischen kommen schon immer mehr Dreijährige zu uns, erzählt Logopädin Halt. Wenn sie im Kindergarten ausgelacht würden, weil kaum jemand ihre Sätze verstehe, könne das Selbstbewusstsein einen erheblichen Knacks bekommen. Manche Kinder entwickelten daher raffinierte Vermeidungsstrategien, andere fingen einfach an zu schweigen.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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