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| Klassische Kinderkrankheiten |
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Diphtherie
bei Diphtherie handelt es sich um eine akute, manchmal lebensbedrohliche Infektionserkrankung. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Innerhalb weniger Tage werden Sie bei Ihrem Kind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Hals-, Bauch- und Gliederschmerzen feststellen. Am häufigsten ist die Rachendiphtherie mit hochroter Entzündung, grau-weißlichen Belägen und kloßiger Sprache. In schweren Fällen kann es zu Herzmuskelentzündung, Lähmungen (häufig Schluckstörungen), Leber- und Nierenfunktionsstörungen kommen. Durch die Schutzimpfung können Sie Ihr Kind vor Diphtherie schützen. In Westeuropa ist die Diphtherie dadurch selten geworden; in den östlichen europäischen Ländern kommt sie jedoch noch häufiger vor.
Drei-Tage-Fieber
Das Drei-Tage-Fieber ist eine typische Kinderkrankheit. Es befällt fast ausschließlich Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren. Nach dreitägigem hohen Fieber tritt ein Hautausschlag auf. Häufig kommt es anfangs zu Fieberkrämpfen, die jedoch keine Folgeschäden hinterlassen. Zur Behandlung werden fiebersenkende Zäpfchen gegeben. Hatte Ihr Kind einmal das Drei-Tage-Fieber, wird es lebenslang immun dagegen sein.
Keuchhusten
Keuchhusten ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem bei Säuglingen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Typisch sind neben allgemeinen Krankheitssymptomen stakkato-artige Hustenanfälle und ein mehrwöchiger Krankheitsverlauf. Zu den gefürchtete Komplikationen bei Säuglingen zählen Atemstillstand, eitrige Mittelohrentzündung und Lungenentzündung. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika. Schutz bietet ein gut verträglicher Impfstoff.
Masern
Masern sind eine durch das Masernvirus verursachte, weltweit verbreitete, akute Infektionskrankheit. Nach einem grippeähnlichen Vorstadium steigt das Fieber. Nach 3-4 Tagen blüht hinter den Ohren ein hellroter, quälend juckender Ausschlag auf, der sich innerhalb von 2 Tagen über Rumpf, Arme und Beine ausbreitet. Nach 3 Tagen wird das Fieber schwächer und der Ausschlag verschwindet wieder.
Aufgrund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit treten Masern meist als Kinderkrankheit auf und hinterlassen eine lebenslange Immunität. Die Erkrankung wird anhand ihrer Symptome, insbesondere der charakteristischen Hautveränderungen, diagnostiziert. Häufige Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen; es kann aber auch zu Entzündungen des Gehirns kommen, die lebenslange Schäden zurücklassen oder sogar tödlich verlaufen. Die Masernerkrankung kann durch die Masernschutzimpfung vermieden werden.
Mumps
Am häufigsten erkranken Kinder unter 15 Jahren an Mumps. Die Krankheit beruht auf einer Virusinfektion, die besonders die Ohrspeicheldrüsen und selten auch das zentrale Nervensystem betrifft. Mumps beginnt meist mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen und schwachen Kopfschmerzen. Innerhalb von etwa 24 Stunden bekommt Ihr Kind einseitige Ohrenschmerzen. Auch das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken ist schmerzhaft. Besonders charakteristisch ist die Schwellung der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüsen - erst auf einer, nach einigen Tage auch auf der anderen Seite. Schmerzen und Fieber klingen nach sechs bis sieben Tagen ab. Wer einmal an Mumps erkrankte, besitzt einen lebenslangen Schutz. Kinder werden heutzutage routinemäßig gegen Mumps geimpft, dadurch tritt die Erkrankung längst nicht mehr so häufig auf wie früher.
Röteln
Röteln sind aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr eine typische Kinderkrankheit. Neben allgemeinen Krankheitssymptomen kommt es zu einem Ausschlag und schmerzhaften Lymphknotenschwellungen. Komplikationen sind selten.
Gefährlich sind Rötelinfektionen in der Frühschwangerschaft. Sie können zur Schädigung des Embryos führen. Deshalb sollten alle Mädchen zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr geimpft werden, auch wenn Sie als Kind Röteln hatten oder bereits geimpft wurden. Die Kinder werden heute in der Regel gemeinsam mit der Masern-Mumps-Impfung gegen Röteln geimpft. Der Arzt/die Ärztin kann allerdings mit einem Test feststellen, ob genügend Rötelnantikörper im Blut vorhanden sind.
Scharlach
Scharlach ist eine bakterielle Infektion (Streptokokken), die häufig Vorschul- und Schulkinder während der Wintermonate betrifft. Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber und Halsschmerzen. Charakteristisch ist ein samtartiger Hautausschlag, der in Verbindung mit einer Halsentzündung auftritt. Neben dem Ausschlag kommt es zur so genannten Himbeerzunge.
Jedes Kind kann mehrere Male an Scharlach erkranken, weil es viele Typen von Scharlacherregern gibt und sich die Immunität immer nur gegen einen spezifischen Typ richtet. Bekommen Kinder bei Scharlachverdacht sehr früh Antibiotika, können sich möglicherweise nicht genügend Antikörper bilden, so dass das Kind durch den selben Erregertyp mehrmals erkranken kann. Gegen Scharlach gibt es keine vorbeugende Impfung.
Windpocken
Rund drei Viertel aller Kinder unter 15 Jahren erkranken an Windpocken. Der Virus wird durch Tröpfchen übertragen und ist hochansteckend (daher der Name). Bei den Windpocken kommt es neben allgemeinen Krankheitssymptomen zu einem typischen, bläschenbildenden und heftig juckenden Ausschlag. Die roten Flecken beginnen meistens am Rumpf und im Gesicht. Der Ausschlag breitet sich dann schubweise über den ganzen Körper aus - auf den behaarten Teil des Kopfes, Arme und Beine. Die Symptome dauern zirka zehn Tage an.
Schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen gibt es eher bei Infektionen im Erwachsenenalter. Die Therapie erfolgt durch juckreizlindernde Medikamente und Lotionen. Kinder mit schwerer Neurodermitis sollten gegen Windpocken geimpft werden. Für diese Kinder ist eine Infektion, die mit schweren Hautausschlägen einher geht, besonders quälend. Diese Empfehlung gilt auch für alle ungeimpften 12- bis 15-jährigen Jugendlichen, die bislang noch nicht an Windpocken erkrankt sind.
(Forumsbeitrag von pannengeier)
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