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| Kindstod: Ärzte schlecht informiert |
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Zu den Hauptrisikofaktoren für den Plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death, SID) gehört die Bauchlage. Das wurde durch die bislang größte SID-Studie mit 700 Fällen und den Daten von 2.400 gesunden Kindern in 17 europäischen Ländern erneut bestätigt. Wenn Babys nicht auf dem Bauch schlafen, kann die Hälfte der SID- Fälle vermieden werden, sagt der beteiligte Wissenschaftler Gerhard Jorch, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Universität Magdeburg und einer der führenden SID-Experten in Deutschland.
Wissenschaftler vermuten, dass Kinder auf dem Bauch leichter ersticken. Die beste Schlafposition für Säuglinge sei die Rückenlage, denn aus der Seitenlage rollten einige Kinder gern auf den Bauch. Bedauerlicherweise ist vielen Eltern der Zusammenhang zwischen Bauchlage und Plötzlichem Kindstod noch immer unbekannt - was mitunter auch am unzureichenden Kenntnisstand des medizinischen Personals liegt. Das ergab eine Umfrage in Sachsen, die Ende Januar auf einer Tagung zum Thema SID-Prävention in Dresden vorgestellt wurde.
Im August 2001 hatte Ekkehart Paditz, Leiter des Kinderschlaflabors an der Universitätskinderklinik in Dresden, mithilfe eines Fragebogens den Kenntnisstand der Ärzte im Freistaat analysiert. Nur knapp die Hälfte der Kinderärzte wusste damals, dass die Rückenlage für Säuglinge die sicherste ist, berichtet er. Bei den Hebammen und Frauenärzten lag die Quote noch niedriger.
Nach der Durchführung einer groß angelegte Informationskampagne in Kliniken und Arztpraxen hatte sich anderthalb Jahre später nicht nur das Wissen von Ärzten und Hebammen verbessert, auch die Zahl der SID- Fälle in Sachsen war um fast die Hälfte zurückgegangen. Von 10.000 lebend geborenen Babys sterben in Sachsen statistisch gesehen 2,5 am Plötzlichen Kindstod - so wenige wie sonst nirgends in Deutschland.
Allerdings zeigte die Befragung auch, dass nur etwa zwei Drittel der Ärzte und Hebammen das Thema SID gegenüber Schwangeren und jungen Eltern ansprechen. Nur knapp die Hälfte der Befragten gab das kostenlose Informationsmaterial weiter. Das ist aber unabdingbar, um in Deutschland vielleicht eines Tages auch niederländische Verhältnisse zu haben: Bei unseren Nachbar stirbt nur eines von 10.000 Babys - ein weltweit bislang unerreichter Wert.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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