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Kinder brauchen feste Regeln

   

Milde Erziehungsmethoden und zu wenig Disziplin sind nach Meinung von Dan Kindlon von der Harvard School of Public Health dafür verantwortlich, dass aus Kindern unreife und sozial unverträgliche Erwachsene werden. Viele Eltern versuchen das Leben ihrer Kinder perfekt zu gestalten und sie vor allen Gefahren zu beschützen.

Aber wenn Kinder nie eigene, schmerzhafte und frustrierende Erlebnisse machen, werden sie nie die Erfahrungen für ein wertvolles Leben sammeln können, berichtet der Experte. Im Rahmen der Studie Parenting Practices at the Millenium untersuchte Kindlon 700 Kinder und 1.100 Elternpaare. Folgende Faktoren standen im Mittelpunkt der Befragung: vorherrschende Regeln für das Zusammenleben in der Familie, Besitz der Kinder und Einstellung zu Sex und Drogenkonsum. Nach Angaben von Kindlon zeigt die Auswertung, dass Kinder von sehr freizügigen und nachgiebigen Eltern gefährdeter sind, Drogen und Alkohol zu konsumieren, Essstörungen zu entwickeln oder an Depressionen zu erkranken.

Auch eine sehr lockere Einstellung gegenüber Sex sei bei diesen Kindern im Vergleich zu Altersgenossen mit einer strengeren Erziehung stärker ausgeprägt. Wird Kindern ständig etwas erlaubt, ohne dass sie dafür eine Leistung erbringen müssen, fördert das im erheblichen Maße, dass die Kinder egozentrisch werden. Kindlon stellte fest, dass nur etwa 12 Prozent der an der Studie teilnehmenden Kinder mit fixen Regeln, Grenzen und Disziplin erzogen werden. Doch das Resultat spricht nach Meinung des Experten für diesen strengeren Erziehungsstil: Diese Jugendlichen zeigten keine Aggressivität, waren nicht gemein, nachlässig oder faul, sondern ruhig und ausgeglichen. Vor allem das gemeinsame Familienessen sowie die Übertragung gemeinnütziger Arbeiten fördert die positive Entwicklung der Kinder.

Wenn Eltern auch nur bei einer einzigen Sache streng sind, hat das schon wesentliche Vorteile für das Kind, so Kindlon. Doch warum schaffen dies so wenige Eltern? Nach Meinung des Experten glauben viele Eltern aufgrund ihrer Berufstätigkeit zu wenig Zeit für die Kinder zu haben und versuchen dann, diese Schuldgefühle durch materielle Dinge auszugleichen. Gleichzeitig fehlt vielen Erwachsenen auch der Elan, die Einhaltung aufgestellter Regeln auch wirklich durchzusetzen.

Aber auch die Kinder als eigenen Lebensinhalt zu sehen, verführt zu einen sehr milden Erziehungsstil. Viele Eltern benutzen die Fröhlichkeit ihrer Kinder, um selbst Freude zu empfinden, darum widerstrebt es ihnen, ihre Kinder in irgendeiner Weise gegen sich aufzubringen und ihre Beziehung zu ihnen aufs Spiel zu setzen, bestätigt Kindlon. (Redaktion)

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