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Kinder als Fußgänger

   

In den ersten anderthalb bis zwei Jahren stehen Fortbewegung und Greifen im Mittelpunkt der Entwicklung. In der Folgezeit werden diese Fähigkeiten schrittweise weiterentwickelt und miteinander kombiniert.
Aus Laufen wird Rennen, Balancieren, Springen oder Hüpfen. Ein Kind lernt, gezielt zu greifen und seine Bewegungen zu koordinieren. Es beginnt, sich an- und auszuziehen, bewusst zu fangen und zu werfen. Je komplizierter eine Bewegung ist, umso länger dauert es, bis ein Kind sie beherrscht. Dreijährige können beispielsweise noch keine Schuhe binden.

Wachstum und Größe

Bis über das Grundschulalter hinaus spielt das Wachstum der Kinder eine wesentliche Rolle, wenn es um die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten geht. Alles ist einer fortwährenden Veränderung unterworfen.

Mit 4 Jahren sind die meisten Kinder zwischen 98 cm und 112 cm groß.
Im Alter von 4 bis 10 Jahren beträgt ihr Wachstum rund 4 bis 6 cm jährlich.
Bei Heranwachsenden verändern sich deshalb laufend die körperlichen Proportionen.
Bis zum 5. Lebensjahr haben Kinder im Verhältnis zu ihrer Größe einen sehr sehr großen Kopf und kurze Arme und Beine.
Erst mit dem Schuleintrittsalter verlagert sich der Körperschwerpunkt unterhalb des Nabels.
Der anders gelagerte Körperschwerpunkt im Vorschulalter ist der Grund für häufiges Stolpern.
Da sich ihre Proportionen ständig ändern, müssen Kinder ihre Körperkoordination durch viel Bewegung regelmäßig üben und trainieren.
Im Vorschulalter sind die meisten motorischen Fähigkeiten entwickelt, die Jungen und Mädchen als Fußgänger brauchen. Dennoch haben sie auf der Straße noch Schwierigkeiten:

Sie stolpern noch häufig.
Sie haben Mühe mit hohen Bordsteinen.
Sie können Bewegungen noch nicht spontan unterbrechen. Wenn ein Kind auf die Straße läuft, kann es oft nicht mehr rechtzeitig abstoppen. Erst im Verlauf der Grundschulzeit nimmt diese Fähigkeit zu.
Der natürliche Bewegungsdrang von Kindern kann zu Gefahren führen. Besonders wenn sie längere Zeit gesessen haben, brauchen sie Bewegung - und rennen los.
Motorik ist allerdings nicht alles. Jüngere Kinder geraten immer wieder in Situationen, denen sie zwar motorisch gewachsen sind, die sie aber aufgrund anderer Faktoren überfordern. Ein Beispiel: Sie klettern auf einen Baum und wissen nicht, wie sie heruntersteigen sollen. Auch im Verkehr kommt es leicht zu Überforderungen.
(Forumsbeitrag von pannengeier)


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© Mike Paßmann, Hamburg