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Jod in der Schwangerschaft

   

Jod ist ein Spurenelement, dass der menschliche Organismus benötigt, um seinen Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Es ist ein ganz wesentlicher Baustein der in der Schilddrüse gebildeten Schilddrüsenhormone Triodothyronin (T3) oder Tyroxin (T4). Diese Hormone regulieren die Körpertemperatur, den Wasserhaushalt, den Sauerstoffverbrauch und die Funktionen des zentralen Nervensystems. Außerdem nehmen sie über den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel Einfluss auf das Wachstum und die körperliche Entwicklung.
Dieses Hormon wird, wie bereits erwähnt, in der Schilddrüse gebildet. Bekommt sie zuwenig Jod, um das Schilddrüsenhormon bilden zu können, vermehren und vergrößern sich ihre Zellen, um das wenige vorhandene Jod optimal nutzen zu können. Dabei nimmt ihr Umfang zu und Mediziner sprechen von einer Schilddrüsenvergrößerung, einer Struma.

Frauen sind von dieser Krankheit zwei- bis dreimal so häufig betroffen, weil bei ihnen der Jodbedarf in der Pubertät, in der Schwangerschaft und den Wechseljahren besonders hoch ist. Nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes neigt etwa jede dritte schwangere Frau zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Eine derartige Unterfunktion aber gefährdet die Mutter und lässt das Risiko von Missbildungen oder Fehlgeburten ansteigen.

Eigentlich bekommt das Baby alles was es für seine Entwicklung benötigt aus dem mütterlichen Blutkreislauf über die Plazenta. Doch die Stoffwechselmembran innerhalb der Plazenta ist als natürliche Schranke so beschaffen, dass sie nicht alle Stoffe passieren können. Zu diesen Stoffen zählt auch das Schilddrüsenhormon der Mutter. Deshalb muss das Baby dieses Hormon für seine Stoffwechselfunktionen selbst produzieren. Bereits in der 10.-12. Schwangerschaftswoche beginnt die kindliche Schilddrüse mit dieser Produktion, um die Entwicklung des Zentralen Nervensystems, Körperwachstum und -reifung zu gewährleisten. Doch um die Herstellung aufrechterhalten zu können, wird in der Folgezeit ausreichend Jod benötigt, welches die Stoffwechselmembran der Plazenta problemlos passieren kann. Leidet nun aber die Mutter unter einem Jodmangel, kann sie auch keines abgeben. Deshalb kommt es auch beim ungeborenem Kind zu einem Jodmangel. Dies wiederum führt zu einer verzögerten körperlichen und geistigen Entwicklung. Allein in Deutschland werden aufgrund von Jodmangel jährlich etwa 6.000 Babys mit einer Schilddrüsenvergrößerung geboren.

Da also während der Schwangerschaft zwei Schilddrüsen mit Jod versorgt werden müssen, ist der Bedarf der Mutter wesentlich erhöht. Sie benötigt in etwa 230-260µg.

Diesen Bedarf könnt Ihr sicherstellen durch die ausschließliche Verwendung von jodiertem Speisesalz, dem regelmäßigem Verzehr von Seefisch (Seelachs, Kabeljau, Schellfisch), Milch, und, nach Rücksprache mit dem Arzt, der Einnahme von Jodtabletten.

weitere natürliche Jodvorkommen:

Algenpulver (bis zu 80 mg/100g),
Seefisch (50 - 400 µg/100g),
Käse (5 - 20 µg/100g),
Hühnerei (10µg/100g),
Spinat (12 - 20 µg/100g),
Champignon (18 µg/100g),
Möhren, Broccoli (15 µg/100g).
(Forumsbeitrag von pannengeier)


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© Mike Paßmann, Hamburg