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Masern werden häufig unterschätzt. Derzeit machen die behörden wieder mal auf die Masernimpfung aufmerksam. Gerade im Frühjahr steige die Zahl der Masernerkrankungen sprunghaft an. Und ältere Kinder und Jugendliche seien oft nicht ausreichend geimpft, so Horst Baumeister vom nordrheinwestfälischen Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst.
Masern ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Für ihre Behandlung existiert keine spezifische Therapie. Sie führt zu den typischen roten Hautflecken, hohem Fieber und einem stark geschwächten Allgemeinzustand. Als Komplikationen können eine Mittelohrentzündung sowie Infektionen des Kehlkopfes und der Luftröhre auftreten. In seltenen Fällen kommt es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie zu einer Lungenentzündung oder einer Gehirnentzündung, manchmal verbunden mit einer Hirnhautentzündung. Diese kann zu bleibenden Schäden führen. Mehr als 20 Prozent der Kinder, bei denen eine Gehirnentzündung auftritt, sterben daran.
Seit 2001 besteht für Masern eine Meldepflicht. 2005 wurden in Deutschland 778 Fälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher sein, denn längst nicht alle Fälle werden gemeldet. Fast ein Drittel der in Deutschland auftretenden Masernfälle betrifft Jugendliche und Erwachsene. Bei ihnen ist die Komplikationsrate wesentlich höher als bei Kleinkindern. Durch die Impfungen der letzten Jahre konnte die Zahl der Infektionen stark reduziert werden.
(Redaktion)
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