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Gestresste Babys später oft gewalttätig
Pränatalpsychologen sehen einen engen Zusammenhang zwischen einer traumatischen Schwangerschaft und späteren Gewalttaten. Tiefeninterviews mit Müttern von Mördern hätten ergeben, dass diese Frauen eine sehr belastete Schwangerschaft erlebt hatten, berichtet der Psychotherapeut Ludwig Janus. Sie waren vom Vater des Kindes geschlagen oder verlassen worden. Allerdings betont Janus, dass vorgeburtliche Prägungen allein nicht ausreichen, um später im Leben selbst gewalttätig zu werden. Vielmehr sei in der Regel eine Kompensation schlechter Startchancen möglich.
Oft würden jedoch Unglücks- und Ablehnungserfahrungen vor und während der Geburt durch spätere Ablehnungen und Misshandlungen gewissermaßen gedoppelt, so Janus weiter. Ein Vertrauens- und Bindungsaufbau sei dann nicht mehr möglich und eine Entwicklung hin zur Gewaltbereitschaft wahrscheinlich. Als Präventivmaßnahme schlägt Janus vor, umfassende Unterstützungsangebote für Schwangere zu schaffen. Wenn Mütter unterstützt werden, hat das riesige Effekte. Und das auch unter ökonomischen Gesichtspunkten, betont der Psychotherapeut. Denn: Gewaltbereitschaft könne die Gesellschaft Hunderttausende von Euro kosten, während ein Bruchteil davon - so ist Janus überzeugt - genüge, um die anfängliche Entwicklung konstruktiv zu unterstützen.
(Redaktion)
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