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| Geburtskliniken: größer ist besser |
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In Deutschland sterben jährlich mehrere hundert Neugeborene, weil sie in einer zu kleinen Klinik zur Welt kommen. Das hat eine Studie des Sozialmediziners Günther Heller von der Universität Marburg ergeben. Besonders hoch sei das Risiko in Krankenhäusern, in denen jährlich weniger als 500 Kinder geboren werden. Am sichersten seien dagegen Geburtskliniken mit mehr als 1.500 Geburten im Jahr. Gründe für das schlechte Abschneiden der kleinen Häuser gebe es einige. So könne man dort vielleicht schlechter auf Notfälle reagieren, vermutet Heller.
Auch die Ausstattung könne eine Rolle spielen, glaubt der Experte: Das eine ist, ob das Personal mit schwierigen Geburten umgehen kann. Das andere ist: Hat es die nötigen Geräte? Der Berliner Geburtsmediziner und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klaus Vetter, nennt ein weiteres Problem: Nur in wenigen kleineren Kliniken steht rund um die Uhr qualifiziertes Personal bereit. Gerade die kleinsten, risikoreichsten Häuser hätten oftmals reine Belegabteilungen. Nachts sei dort meist kein Arzt anwesend.
Prof. Rüdiger Rauskolb, Leiter der Frauenklinik am Albert-Schweitzer-Krankenhaus im niedersächsischen Northeim, warnt allerdings vor Panikmache: Es gebe in Europa kein Land, das auf breiter Ebene einen so hohen Standard in der Geburtshilfe hat wie Deutschland, beruhigt Rauskolb besorgte Gemüter. Und: Vom medizinischen Standard betrachtet sind sie in jeder Klinik gleichermaßen gut aufgehoben. Nur wenn Früh- oder Mehrlingsgeburten zu erwarten sind, sollte eine spezialisierte Einrichtung für die Entbindung ausgesucht werden, rät der Professor.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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