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Frühe Ehen oft geschieden

   

Vor dem 21. Lebensjahr geschlossene Ehen sind einem besonders hohen Scheidungsrisiko ausgesetzt. Das hat eine Studie des Soziologischen Instituts der Universität Köln unter Leitung von Prof. Michael Wagner ergeben. Mit jedem Jahr des höheren Heiratsalters sinke das Scheidungsrisiko um etwa vier Prozent. Wagner und sein Team werteten für die Meta-Analyse 42 einschlägige Publikationen aus.

Die Scheidungsrate liegt den Studienergebnissen zufolge auch dann um 38 Prozent höher, wenn einer der Ehepartner bereits in der zweiten Ehe lebt, das heißt, schon einmal geschieden wurde. Sogar um 51 Prozent klettere die Scheidungsrate bei Ehepartnern, die als Kinder die Instabilität der elterlichen Ehe erlebt haben. Von Bedeutung für die Stabilität einer Ehe ist es laut Wagner auch, ob diese in der ehemaligen DDR oder der alten Bundesrepublik geschlossen wurde. Im ersten Fall sei das Scheidungsrisiko deutlich höher als bei den im Westen Deutschlands eingegangenen Partnerschaften.

Risikomindernd wirke der Glaube, hat Wagner festgestellt. Verglichen mit Personen anderer oder keiner Konfession wiesen Katholiken ein um etwa 34 Prozent niedrigeres Scheidungsrisiko auf. Deutlichen Einfluss auf die Stabilität der Ehe hätten auch die Kinder, so der Soziologe weiter. Den stärksten stabilisierenden Effekt habe dabei die Geburt des ersten Kindes, die das Scheidungsrisiko um etwa 23 Prozent senkt. Weitere Kinder wirkten nicht so deutlich.

Kaum Einfluss auf den Verlauf der Ehe konnte der Kölner Wissenschaftler im vorehelichen Zusammenleben entdecken. Auch eine Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Eheschließung erhöhe das Scheidungsrisiko nur wenig. Die Schulbildung habe auf die Scheidungsrate ebenfalls nahezu keine Auswirkungen, so Wagner. Personen mit Abitur oder Mittlerer Reife tragen demnach nur ein wenig höheres Scheidungsrisiko als Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss. Auswirkungen zeige das Bildungsniveau allerdings in der nachfolgenden Generation, weiß der Professor. So steige das Scheidungsrisiko der Kinder um 64 Prozent, wenn der Vater einen hohen Bildungsabschluss hat.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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© Mike Paßmann, Hamburg