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Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zur Zigarette greifen, weisen ein deutlich auffälligeres Sozialverhalten als nichtrauchende Gleichaltrige auf. Rauchende Schüler trinken häufiger Alkohol, nehmen mehr Drogen, schwänzen öfter den Unterricht und sind häufiger in Prügeleien verwickelt als Nichtraucher, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) mit.
Das veränderte Verhalten ist unabhängig vom sozialen Status und dem Grad der Schulbildung, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der DGKJP, an der 985 Schüler von zwei Hauptschulen und einem Gymnasium im Ruhrgebiet teilgenommen haben. Entscheidende Bedeutung für das Rauchverhalten hat nach Angaben der DGKJP der Gruppenzwang. Prof. Gerd Lehmkuhl: Öffentliche Verbote und negative Bewertungen des Rauchens im Schulunterricht tragen dazu bei, dass Raucher und Nichtraucher zu Symbolen der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen werden. Die Raucher repräsentieren dabei die Nicht-Angepassten, die Nichtraucher dagegen die Angepassten.
Der Wunsch, einer Gruppe anzugehören, dominiert dabei über negative körperliche Erfahrungen des Rauchens wie z.B. Übelkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit. Die Verhaltensmuster von Rauchern an Gymnasien und Hauptschulen sind zwar ähnlich, erhebliche Unterschiede gibt es jedoch in der Häufigkeit des Rauchens.
So greifen laut DGKJP-Studie 7,7 Prozent der 11- bis 13- jährigen Gymnasiasten regelmäßig zum Glimmstängel, aber bereits 20,1 Prozent der gleichaltrigen Hauptschüler. Bei den 14- bis 15-Jährigen liegt der Anteil der Raucher bei 32,4 (Gymnasium) bzw. 44,6 Prozent (Hauptschule); bei den 16- bis 18-Jährigen bei 55,1 bzw. 72,0 Prozent. Insgesamt rauchen 40 Prozent der Hauptschüler und 23 Prozent der Gymnasiasten. Dabei werden die Raucher immer jünger: Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt bei zwölf Jahren. Rauchende Hauptschüler beginnen durchschnittlich bereits mit 11,2 Jahren zu rauchen, Gymnasiasten dagegen erst mit 12,8 Jahren, erläutert Prof. Lehmkuhl.
Angesichts der eklatanten gesundheitlichen Folgen plädiert die DGKJP neben der Gesundheitsaufklärung für ein bundesweites Rauchverbot an Schulen, den Abbau der Zigarettenautomaten und ein Werbeverbot für Zigaretten.
(Redaktion)
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