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Kinder, die mit Trisomie 21 - besser bekannt als Down-Syndrom - geboren werden, sind nur selten zu einem Leben in Passivität verdammt. Werden sie von klein auf gefördert, könnten die meisten Lesen, Schreiben, Malen und sogar Musizieren erlernen, zumindest auf einem einfachen Niveau, betont Prof. Hellgard Rauh, Entwicklungspsychologin an der Universität Potsdam. Je nach Schwere der Behinderung sei auch eine Berufsausbildung möglich.
Die Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren mit etwa halbem Entwicklungstempo, sagt Rauh. So seien sie mit sechs Jahren sprachlich im Durchschnitt auf dem Niveau von Zwei- bis Dreijährigen. Emotional dagegen seien die Kinder manchmal sogar deutlich kompetenter als ihre Altersgenossen. In mancher Hinsicht haben Kinder mit Trisomie 21 ähnliche Probleme wie alte Menschen, erläutert die Psychologin. Da ihre Muskulatur schlaffer ist und sich nicht so gut kontrollieren lässt, bewegten sie sich vorsichtiger und wirken auf Außenstehende ungeschickt. Für viele von ihnen sei daher Krankengymnastik erforderlich.
Auf eine von 800 Geburten in Deutschland kommt ein Kind mit Trisomie 21, berichtet das Deutsche Down- Syndrom Infocenter in Lauf an der Pegnitz (Bayern). Ein winziger Fehler vor oder kurz nach der Zeugung des Kindes führt zu dem genetischen Defekt: In jeder Zelle finden sich dann 47 statt 46 Chromosomen - das Chromosom Nummer 21 ist dreimal vorhanden. Wie der Chromosomenfehler zu Stande kommt, ist nach wie vor ungeklärt. Fest steht allerdings, dass das Risiko steigt, je älter eine Frau bei der Geburt ist. Bei Müttern ab 35 Jahren müssen Ärzte deshalb auf die Möglichkeit der pränatalen Diagnostik hinweisen.
Da sich die Trisomie 21 durch eine Ultraschalluntersuchung und eine Fruchtwasseranalyse schon während der Schwangerschaft feststellen lässt, werden danach mittlerweile rund 90 Prozent der betroffenen Kinder abgetrieben, so Hermann Stüssel vom Arbeitskreis Down-Syndrom in Bielefeld. Bei einer Diagnose von Trisomie 21 erscheine vielen Eltern die Abtreibung als einziger Weg, um mit der Situation umzugehen, kritisiert Psychologin Rauh. Dabei ist es wichtig, ein behindertes Kind nicht als Katastrophe darzustellen. Laut Rauh sollten die Ärzte betroffene Eltern vor deren Entscheidung für oder gegen das Kind auch an Behindertenorganisationen verweisen, damit sie sich objektiv informieren können.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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