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| Depression statt Mutterglück |
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Die Geburt eines Kindes hat oft unerwartete Folgen: Statt Friede, Freude, Eierkuchen stellen sich bei nicht wenigen jungen Müttern Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Frustration ein. Der Verzicht auf Beruf und Unabhängigkeit, ständige körperliche und psychische Überforderung und der Mangel an sozialen Kontakten stürzen sie in eine Zeit der Selbstzweifel, die manchmal in ernsthafte Depressionen münden.
Viele junge Frauen litten nach der Geburt eines Kindes unter gleichzeitiger Überforderung und Unterforderung, berichtet Annette Rethemeier von Pro Familia in Hamburg. In den ersten zwei Jahren ist Mutter-Sein ein knochenharter Job, der jeden Tag 24 Stunden Präsenz verlangt, sagt die Familienberaterin. Intellektuell jedoch fühlten sich viele Mütter am Anfang unterfordert, weil berufliche Herausforderungen und der Austausch mit Erwachsenen fehlen. Doch auch die Rückkehr in den Beruf habe ihren Preis: Ein enger Zeitplan, Organisationsaufwand und Versagensängste machten den Job für viele Mütter zur ständigen Nervenprobe.
Dass sich eine Depression der Mutter auf die emotionale und geistige Entwicklung des Kindes ungünstig auswirkt, ist in einigen jüngeren Untersuchungen nachgewiesen worden. Die mütterliche Depression scheint mit einem Mangel an Zuwendung und emotionaler Verfügbarkeit für ihr Kind einherzugehen. Das heißt, die Mütter können die Signale ihres Kindes schwerer wahrnehmen und darauf angemessen und prompt reagieren. Nach Untersuchungen leiden sechs bis 22 Prozent der Frauen unter einer Depression nach der Geburt ihres Kindes.
Die bundesweit organisierte Selbsthilfegruppe Schatten und Licht mit Sitz in Augsburg will das veraltete Bild von der vollkommenen und immer glücklichen Mutti in die Mottenkiste verbannen. Die Überlastung vieler Mütter ist ein Problem, dass in der Öffentlichkeit und in der Ausbildung von Ärzten und Psychologen einfach ignoriert wird, kritisiert Sabine Suhrholt, Vorsitzende des Vereins. Die Erwartungshaltung von Umwelt und Familie sei eine der Ursachen für die so genannte postnatale Depression. Betroffene Mütter unterstützt die Selbsthilfegruppe mit Erfahrungsaustausch, Informationen über Therapiemöglichkeiten und Vermittlung von Ärzten.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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