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Dammschnitt

   

Der Dammschnitt (Episiotomie) dient der Entlastung des Beckenbodens beim Durchtritt des Kindes, um eine Überdehnung und Zerreißung der tiefen Beckenbodenmuskulatur zu vermeiden.
Er wird durchgeführt, wenn die Weichteile sehr straff sind, wenn der Dammriss droht, bei Frühgeburten, bei ungünstiger Einstellung des Kindes, bei Beckenendlagen, wenn die kindlichen Herztöne abfallen und eine Geburtsbeendigung anzustreben ist und bei jeder vaginaloperativen Entbindung.

Es gibt unterschiedliche Arten der Schnittführung mit unterschiedlicher Heilungstendenz und Komplikationen:

Mediane Episiotomie
Wird der Schnitt in der Mitte in Richtung After durchgeführt, heilt die Wunde am Besten, das kosmetische Ergebnis ist meistens sehr gut. Anschließende Beschwerden treten dann selten auf. Nachteilig ist, dass zum Beispiel eine Zangenentbindung oder Saugglockenentbindung notwendig wird, wenn während der Entbindung Probleme auftreten, also wenn der Schnitt nicht erweitert werden kann und die Gefahr besteht, dass der Damm bis zum Darm reißt. Das könnte spätere Probleme z.B. mit dem Stuhlhalten nach sich ziehen.

Mediolaterale Episiotomie
Wird der Schnitt von der Mitte, also von sechs Uhr ausgehend zu Seite durchgeführt, ist die Gefahr der Darmverletzung kleiner und der Schnitt ist im Notfall erweiterbar. Nachteilig ist die große Wunde, die starke Blutung und die Gefahr der Blutergussbildung mit anschließender Wundheilungsstörung. Manchmal kann sogar eine operative Ausräumung des Blutergusses notwendig werden. Trotzdem wird diese Form der Episiotomie häufig angewendet, weil sie eben Platz schafft.

Laterale Episiotomie
Die laterale Epistomie wird seitlich durchgeführt, ca. bei sieben bis acht Uhr auf der rechten Seite und vier bis fünf Uhr auf der linken Seite. Sie hat den Vorteil, noch mehr Platz für das Kind zu schaffen, allerdings ist die Wundfläche und die Blutung noch größer. Wundheilungskomplikationen treten häufiger auf, als bei den Erstgenannten, weshalb sie nur in Ausnahmefällen angewendet wird.


Welche allgemeine Komplikationen können mit dem Dammschnitt verbunden sein?

- Blutung und Blutergussbildung.
- Natürlich können Infektionen auftreten.
- Die Naht kann durch allgemeine Schwellung und mangelnde Durchblutung aufplatzen, so dass eine erneute Naht notwendig sein kann.
- Durch die Naht kann es zu kleinen Stufenbildungen kommen oder Nerven, die durchtrennt waren, bilden kleine, knotige Strukturen, die schmerzhaft sein können.
- Wenn beim Geschlechtsverkehr Schmerzen auftreten, sollten solche Stufenbildungen ausgeschlossen werden. Manchmal kann es so ausgeprägt sein, dass eine erneute Naht in Narkose notwenig wird.


Wie lange dauert die Wundheilung und wann kann der erste Geschlechtsverkehr stattfinden?

Die Wundheilung der Episiotomie dauert ca. sechs Wochen, die meisten Fäden haben sich aufgelöst und die Schwellung sollte verschwunden sein. Dann ist normalerweise ein Geschlechtverkehr ohne Schmerzen möglich. Vorher besteht auch noch der Wochenfluss, der auch für den Partner hochinfektiös ist,, weshalb der Verkehr vermieden werden sollte.
(Forumsbeitrag von pannengeier)


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© Mike Paßmann, Hamburg