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Comeback des Wickels

   

Noch bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts gehörten Wickel und Umschläge zum Krankenhausalltag. Doch als 1951 das erste oral zu verabreichende Penizillin und andere Medikamente auf den Markt kamen, gerieten sie in Vergessenheit. Jetzt erleben Wickel eine echte Renaissance, sagt der Hamburger Mediziner Antonius Pollmann vom Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren. Vor allem Mütter sind sehr daran interessiert. Statt ihre Kinder mit der chemischen Keule zu behandeln, suchen sie nach sanften und wirkungsvollen anderen Methoden.

Das altbewährte Verfahren funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Die Wickel umhüllen den zu behandelnden Körperteil und wirken dann auf zwei Arten: zum einen über die Temperatur, zum anderen über die Substanzen, mit denen der Wickel getränkt wurde. Am bekanntesten sind sicherlich Wärme entziehende Wickel zum Beispiel gegen Fieber, Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen, Halsschmerzen, Prellungen, Verstauchungen oder Verbrennungen. Kalte Anwendungen dürfen jedoch niemals bei Blasen- und Nierenbeckenentzündung sowie bei Bronchitis eingesetzt werden, da sie die Beschwerden verschlimmern würden.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten gibt es auch für Wärme erzeugende und Schweiß treibende Wickel. Erstere regen die körpereigene Wärmeproduktion an und eignen sich bei chronischen Atemwegserkrankungen und Infektanfälligkeit, Nervosität, Stress, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen oder Wechseljahresbeschwerden. Schweiß treibende Wickel helfen bei beginnender Erkältung, Infekten und Übersäuerung. Darüber hinaus wirken sie Stoffwechsel anregend bei Übergewicht und bei rheumatischen Erkrankungen. Da diese Wickel den Kreislauf belasten können, sollten Menschen mit schwachem Herz auf sie verzichten.

Wichtig ist allerdings nicht nur die Temperatur, auch spezielle Zutaten können den Heilungsprozess fördern. Am besten geeignet für warme Anwendungen ist die Kartoffel. Die Knolle ist ein großartiger Wärmespeicher und eine Wohltat für verspannte Nacken. Vor der Anwendung muss sie allerdings gekocht werden. Das kalte Pendant ist der Kohl. Er sollte roh verwendet werden, weil durch das Kochen die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden. Obstessig in kalter Anwendung lindert Juckreiz und stabilisiert den Säureschutzmantel der Haut. Eine aufziehende Grippe lässt sich gut mit in Essig getränkten Socken abwehren. Kalte Quarkwickel wirken wärmeziehend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und schleimlösend. Warme Zwiebelwickel sorgen für eine bessere Durchblutung, sind desinfizierend und schmerzlindernd.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)


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