Es war einmal ein Brüderchen. Wenn die Mutter am Morgen zu ihm sagte: "Steh auf, Brüderchen!, so antwortete es: "Komm' gleich! Dachte die Mutter, es säße längst am Frühstückstisch, so lag es noch im Bett, träumte und hatte das Aufstehen ganz vergessen. Einmal ging es in den Wald, da rief ein bunter Vogel: "Guck, guck! "Komm' gleich! antwortete das Brüderchen, denn es wollte gern mit dem lustigen Vogel spielen. Aber Brüderchen schaute hierhin und dorthin, und ehe es sich besann, war der Vogel längst auf und davon.
Ein andermal schwamm ein Schifflein auf dem Bach. "Fahr mit mir, Brüderchen! rief es. "Komm' gleich! erwiderte das Brüderchen. Aber dann schaute Brüderchen den Wellen zu, die das Schifflein umspülten. So lang' wie Brüderchen zauderte, hält kein Schiff an. Längst war es davongezogen, als Brüderchen ankam. Nun ward Brüderchen müde und hungrig. Am Wegrand wuchsen dicke schwarze Brombeeren: "Iß uns, iss uns! riefen sie. "Komm' gleich! hörten sie das Brüderchen antworten, denn es sammelte gerade kleine, bunte Steine auf.
Doch da kam ein Schneck' und fraß die Brombeeren weg, ehe Brüderchen sie auch nur greifen konnte.
Nun eilte die Mutter in den Wald und rief: "Komm nach Haus, Brüderchen! Jetzt spürte Brüderchen großen Hunger und rief: "Da bin ich! Und schon stand es bei der Mutter. Der langsame "Komm' gleich! aber, der blieb in den Brombeerhecken stecken.
Herta Kolitsch
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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