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Blinddarmentzündung (Appendizitis)

   

Die Appendizitis ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes, die umgangssprachlich fälschlicherweise als Blinddarmentzündung bezeichnet wird. Sie kann vielfältige Ursachen haben. Die Patienten leiden unter Schmerzen und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Die Diagnose der Erkrankung kann anhand charakteristischer Zeichen häufig bereits anhand der Untersuchung des Patienten durch den Arzt gestellt werden. Die operative Therapie steht neben der konservativen Therapie im Vordergrund. Können Komplikationen der Erkrankung durch eine frühzeitige Therapie vermieden werden, ist die Prognose der Appendizitis sehr gut.


Ursachen
Eine Appendizitis kann verschiedene Ursachen haben. Eine Klärung ergibt sich im Einzelfall meist erst bei der Operation.


Symptome
Eine Appendizitis kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet immer auch eine Zunahme des Schweregrades der Erkrankung. Prinzipiell kann man zwischen einer Appendicitis simplex, also einer einfachen Appendizitis, und einer Appendicitis destructiva, also einer zerstörerischen Appendizitis, unterscheiden.

Bei der Appendicitis simplex besteht keine Zerstörung des Gewebes, hier ist eine Operation nicht unbedingt erforderlich. Die Appendicitis destructiva dagegen ist durch eine Zerstörung des Gewebes gekennzeichnet und bedarf immer einer Operation, da sonst zwangsläufig Komplikationen auftreten. Innerhalb dieser beiden Appendizitisformen werden verschiedene Stadien unterschieden:

Appendicitis simplex
-Katarrhalisches Stadium: Entzündliche Schwellung und Rötung des Wurmfortsatzes ohne Eiterbildung.
-Seropurulentes Stadium: Entzündung mit Eiterbildung, die in eine Appendicitis destructiva übergehen kann.
Appendicitis destructiva:
-Ulzero-phlegmonöses Stadium: Entzündung mit Geschwürbildung und Ausbreitung in tiefere Gewebeschichten
Empyematöses Stadium: -Entzündung mit Eiteransammlung im Wurmfortsatz
-Gangränoses Stadium: Entzündung mit Zerstörung und Zersetzung des Gewebes, durch bakterielle Infektion kommt es zur Fäulnis.


Beschwerden
Patienten mit Appendizitis haben anfangs meist Schmerzen in der Umgebung des Bauchnabels sowie in der Magengegend, die sich jedoch innerhalb weniger Stunden in den rechten Unterbauch verlagern.

Übt der Arzt vorsichtig mit der Hand Druck auf die Bauchdecke über dem rechten Unterbauch aus, kommt es zur Abwehrspannung, d.h. der Patient spannt reflektorisch die Bauchwandmuskeln an, um dem Druck entgegen zu wirken. Besteht für die gesamte Bauchwand eine Abwehrspannung, ist dies ein Hinweis auf eine Peritonitis, also Ausdehnung der Entzündung auf das Bauchfell.

Neben den Schmerzen leiden die Patienten unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und sehr oft auch unter Durchfall. Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 39°C. Die Patienten haben häufig einen beschleunigten Puls.

Abweichungen von diesem Beschwerdebild bestehen des öfteren bei Schwangeren sowie alten Patienten. Bei Schwangeren kann es durch eine Verlagerung des Wurmfortsatzes zu Schmerzen im rechten Ober- bzw. Mittelbauch kommen. Bei alten Patienten sind die Beschwerden häufig insgesamt weniger deutlich ausgeprägt, d.h. insbesondere weniger starke Schmerzen und kaum Temperaturerhöhungen.


Diagnose
Die Diagnose ergibt sich aus der Befragung des Patienten bezüglich seiner Beschwerden, also der Anamnese, sowie aus der Untersuchung des Patienten durch den Arzt.
- Drucktest
- Beugetest
- Ultraschall


Therapie
Bei einer einfachen Appendizitis kann die Behandlung konservativ erfolgen, d.h. eine Operation ist noch nicht unbedingt erforderlich. Die Patienten sollten dann Bettruhe einhalten, die Nahrungsaufnahme einschränken sowie Antibiotika erhalten. Eine Operation kann dann nach Abklingen der akuten Entzündung im sogenannten freien Intervall erfolgen.

Der Verdacht auf eine Appendizitis rechtfertigt allerdings eine Operation. Diese sollte jedoch, um Komplikationen zu vermeiden, möglichst im Frühstadium der Erkrankung oder wie bereits erwähnt im freien Intervall vorgenommen werden. Neben der Laparatomie, also dem Anlegen eines Bauchschnittes, kann eine Appendektomie, also die Entfernung des Wurmfortsatzes, heute auch laparaskopisch erfolgen. Das bedeutet, dass über drei winzige Schnitte in der Bauchdecke die Operationsinstrumente sowie ein Endoskop in die Bauchhöhle eingeführt werden und der Patient so schonend wie möglich operiert wird.


Komplikationen
-Komplikationen einer Appendizitis ergeben sich durch eine Ausdehnung der Entzündung auf das umgebende Gewebe bzw. benachbarte Organe mit der Bildung von Abszessen. Besonders gefürchtet sind eine Perforation, also ein Durchbruch, des Wurmfortsatzes sowie ein Übergreifen der Entzündung auf das Bauchfell.
- Als Reaktion auf die Appendizitis kann es zu einer Darmparalyse, also einer Lähmung des gesamten Darmes, und auch zu einem Darmverschluss kommen.
(Forumsbeitrag von pannengeier)


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© Mike Paßmann, Hamburg