» Startseite » Kinder » Schule
Bessere schulische Leistungen

   

Mein Kind schreibt schlechte Noten - Wie Eltern die Motivation ihrer Kinder fördern können


Ursachenforschung durch ein Gespräch
Wenn Ihr Kind schlechte Noten in der Schule schreibt, so sind die Ursachen dafür vielfältiger Natur. Mangelnde Konzentration, Überforderung, Desinteresse oder ein schlechtes Verhältnis zum Fachlehrer können beispielsweise der Auslöser sein. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Motivation ihres Kindes kontinuierlich abnimmt, da der Erfolg in Form von guten Noten trotz Lernens ausbleibt. Ein erster Schritt, um die Lernmotivation der Kinder wieder anzukurbeln, ist deshalb die Ursachenforschung. Sie sollten daher mit Ihrem Kind ein ausführliches Gespräch darüber führen, wo seiner Ansicht nach die Gründe für die schlechten Zensuren liegen.
Versuchen Sie mit Ihrem Kind altersgerecht folgende Punkte zu besprechen:

· Liegt eine Lernüberforderung vor?
· Können Konzentrationsschwierigkeiten im Unterricht die Ursache sein?
· Herrscht Interesselosigkeit gegenüber dem Lernfach vor?
· Fühlt sich das Kind von der Lehrkraft schlecht behandelt?
· Baut das Kind sich selbst gegenüber einen zu hohen Leistungsdruck auf?

Auf diese Weise beziehen Sie das Kind in den Prozess mit ein und geben ihm das Gefühl, aktiv an der Problemlösung beteiligt zu sein. Die Ergebnisse dieses Gesprächs bilden nun die Grundlage dafür, das weitere Vorgehen zielgerichtet planen zu können. Sollten bei der Aussprache jedoch keine greifbaren Ergebnisse erzielt werden, empfiehlt es sich ein Gespräch mit dem Klassenleiter zu führen, um die möglichen Ursachen für die schlechten Noten zu erfahren.

Zielsetzungen verändern
Der Motivationspsychologe Heckhausen hat festgestellt, dass Lernmotivation und Zielsetzungen im Zusammenhang mit Schule eng miteinander verbunden sind und sich auch teilweise gegenseitig bedingen. Im Laufe ihrer Entwicklung lernen Kinder normaler Weise, ihre Ziele so zu stecken, dass diese für sie gut erreichbar sind und sie sich entsprechend motiviert fühlen. Wenn das Kind aber beim Lernen Zielsetzungen verfolgt, die es überfordern, dann bleibt die Bereitschaft - sprich Motivation zum Lernen zwangsläufig auf der Strecke.

Nun sind wir Eltern gefragt, unseren Kindern in dieser Situation unter die Arme zu greifen:
Verändern Sie in Zusammenarbeit mit Ihrem Kind die Zielsetzung so, dass diese für den Sprössling wirklich erreichbar ist. Die schrittweise Steigerung der zu erzielenden Note ist eine Möglichkeit, kontinuierlich die Lernmotivation zu verbessern. Das Kind spürt schon nach kurzer Zeit, wie der überfordernde Druck von ihm weicht und die neue Zielsetzung die Lernbereitschaft wieder anfacht. Wer sich langsam von einer Fünf am Schuljahresanfang zu einer stabilen Drei in Mathe am Jahresende hoch gearbeitet hat, fühlt sich letzten Endes motivierter, da das angestrebte Ziel auch erreicht wurde.

Eigenmotivation fördern
Die Eigenmotivation - auch intrinsische Motivation genannt- ist in Bezug auf das Lernen eine der wichtigsten Antriebsfedern für Kinder. Schon in der Kleinkindphase kann man sehen, dass Sachen, die Kindern Spaß machen, über einen langen Zeitraum ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit fesseln. Ähnlich verhält es sich mit Schulfächern, die große Freude bereiten oder das Interesse der Kinder wecken.

Die Bereitschaft für ein ungeliebtes Fach zu lernen, kann dadurch gesteigert werden, dass das Kind sieht, wo es das Erlernte überall anwenden kann. Diesen Ansatz verfolgt zum Beispiel der israelische Psychologe Reuven Feuerstein. Er gilt mit als der Begründer des ganzheitlichen Lernansatzes. Feuerstein vertritt die Ansicht, dass nur wer weiß, wofür er etwas lernt und sieht, wie er es im täglichen Leben anwenden kann, der wird auch bereits sein, sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihm Schwierigkeiten bereiten.

Wenn ihr Kind zum Beispiel Schwierigkeiten im Lernen von Fremdsprachen hat, dann zeigen sie ihm, wofür Fremdsprachen nützlich sein können: Die Anleitung vieler Computerspiele ist in Englisch geschrieben und wenn Ihr Kind beim Lesen der Bedienungsanleitung nicht mehr auf Ihre Hilfe angewiesen ist, steigert dies die Eigenmotivation sich weiterhin mit der englischen Sprache zu beschäftigen um ein Vielfaches. Der erkannte Nutzen fördert zusätzlich die Lernbereitschaft.

Lernen und Freizeit
Wenn in der Schule schlechte Noten geschrieben werden, neigen Eltern oft dazu, die Freizeit ihrer Kinder zu Gunsten eines erhöhten Lernaufwandes zu kürzen. Dies sollte aber, wenn überhaupt, nur in geringen Maßen stattfinden. Die Lernbereitschaft und -fähigkeit der Kinder steigert sich nicht automatisch dadurch, dass diese wesentlich länger über dem Lernstoff brüten.
Eine anerkannte Methode sind in diesem Fall Vereinbarungen, die Sie mit Ihren Kinder treffen können. Wenn beispielsweise die Englischvokabeln sehr gut gelernt sind und Sie sich durch Abhören davon überzeugt haben, dann kann ihr Kind eine entsprechend vereinbarte Pause machen, in der es beispielsweise Computer spielen darf, obwohl dies normaler Weise erst nach den Hausaufgaben erlaubt ist. Die Aussicht, etwas außer der Reihe tun zu dürfen, kann die Motivation von Kindern in dieser schwierigen Phase enorm steigern.

Professionelle Lernförderung
Im Bereich der professionellen Nachhilfe haben sich eine ganze Reihe von Instituten etabliert, die auf die Problematik Lernmotivation nach schulischen Misserfolgen spezialisiert sind. Auch hier können Eltern Rat suchen, wie sich die Lernmotivation ihrer Kinder nach Misserfolgen steigern lässt.

Wollen Sie die Förderung Ihres Kindes in fachliche Hände abgeben, dann erkennen Sie ein gutes Lernförderinstitut an folgender Vorgehensweise:

· Es findet ein intensives Elterngespräch statt, in dem sich die pädagogische Fachkraft über die Hintergründe der schlechten Noten informiert.
· Weiterhin findet ein Einzelgespräch zwischen der Fachkraft und Ihrem Kind statt.
· Bevor mit einer eventuellen Förderung begonnen wird, führt das Institut eine Diagnostik bei Ihrem Kind durch, wodurch zum Beispiel Lern- oder andere Schwächen aufgedeckt werden können.

Was Eltern vermeiden sollten

· Kinder sollten keine Angst davor haben, ihren Eltern von schlechten Noten zu erzählen. Die Angst verhindert sonst, dass Sie rechtzeitig davon erfahren und sinnvolle Gegenmaßnahmen einleiten können.
· Bestrafen Sie Ihr Kind nicht gleich, weil es zur Zeit schlechte Noten schreibt. Mit Bestrafen wird der Missstand nicht behoben - im Gegenteil, Ihr Kind fühlt sich nur noch mehr in die Ecke gedrängt.
· Werfen Sie bitte Ihrem Kind nicht Versagen vor. Denn wer als Versager bezeichnet wird, glaubt irgendwann selbst daran. Und dies hätte negative Auswirkungen auf die Entwicklung Ihres Kindes.
(Forumsbeitrag von Anissia)


Nächster Tipp:
 

Impressum | Über uns | Bookmark | Newsfeed
Mama-Tipps bietet die besten Tipps rund um Familie, Kind und Haushalt.
© Mike Paßmann, Hamburg