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Das menschliche Langzeitgedächtnis entwickelt sich erst im Verlauf des zweiten Lebensjahres. Vorher können sich Kleinkinder nur sehr schlecht an länger zurückliegende Ereignisse erinnern, berichten amerikanische Wissenschaftler im britischen Fachblatt Nature. Demnach behalten sechs Monate alte Babys Erlebnisse lediglich 24 Stunden im Gedächtnis, mit neun Monaten steigt das Erinnerungsvermögen schon auf einen Monat.
Um die Entwicklung des Gedächtnisses zu untersuchen, wurde Kleinkindern im Alter von 9, 17 und 24 Monaten zunächst eine kleine Geschichte vorgespielt. Begleitet von dem Ausruf Zeit zum Saubermachen wischte ein Wissenschaftler zum Beispiel vor ihren Augen einen Tisch ab und warf das Papiertuch anschließend in den Mülleimer. Direkt im Anschluss und noch einmal vier Monate später wurden die Kinder aufgefordert, die Handlungen nachzumachen.
Wie Conor Liston und Jerome Kagan von der Harvard Universität in Cambridge (US- Bundesstaat Massachusetts) herausfanden, konnten sich diejenigen Kinder, die sich zum Zeitpunkt des ersten Tests schon im zweiten Lebensjahr befanden, lebhaft an die Geschichte erinnern und die Handlung nachahmen. Die jüngeren, beim ersten Test erst neun Monate alten Kinder, hatten hingegen keine Erinnerung an das zuvor Erlebte.
Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die Ausbildung des Langzeitgedächtnisses eng an die Entwicklung des Gehirns gekoppelt. Der so genannte Frontallappen im Gehirn, der für das Speichern und Abrufen von Erinnerungen zuständig ist, entwickelt sich zwar bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres, vollständig reift er aber erst im darauf folgenden Jahr aus. Damit nimmt auch die Fähigkeit zu, sich über längere Zeiträume an bestimmte Ereignisse zu erinnern, so die Wissenschaftler.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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