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| Baby: Sicher schlafen im Sack |
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Mediziner des Städtischen Klinikums Solingen haben ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt gegen den plötzlichen Kindstod gestartet: Eltern von Neugeborenen erhalten kostenlos Schlafsäcke für ihre Säuglinge. Im Gegensatz zu einer Bettdecke können sich die Babys das Schlafsäckchen nicht über das Gesicht ziehen und sich so nicht ihre Atemwege blockieren, weil die Säuglings-Schlafsäcke Ausschnitte für die Arme haben und auf die passende Größe geachtet wird. In den breit geschnittenen Schlafsäcken können sich die Kinder auch nicht so leicht auf den Bauch drehen. Zudem sorgen die Baumwollsäcke für ein gleich bleibendes Temperaturniveau und verhindern Überwärmung. Alle drei Faktoren gelten als mögliche Ursachen für den plötzlichen Kindstod.
Bei der Bekämpfung des Kindstodes schneidet Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn schlecht ab: Während in den Niederlanden durchschnittlich nur noch eines von 10.000 Babys dem Phänomen zum Opfer falle, seien es in Deutschland noch sechs Mal und in Nordrhein-Westfalen sogar acht Mal so viele, berichtet der Solinger Oberarzt Volker Soditt. Die Verwendung der Schlafsäcke sollte aber nur eine von mehreren Maßnahmen sein, betont der Mediziner. Eltern müssten dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder in rauchfreien, nicht zu warmen Räumen, ohne Tücher und Kuscheltiere in Kopfnähe und vor allem auf dem Rücken schlafen.
Der Plötzliche Kindstod, auch Krippentod genannt, ist die häufigste Todesart im Säuglingsalter. Er tritt ohne Vorzeichen im Schlaf ein. Nicht nur nachts, auch beim Mittagsschlaf oder beim Spaziergang mit dem Kinderwagen sterben viele Babys im Alter bis zu einem Jahr. Der Tod ist bei Jungen und Zweitgeborenen etwas häufiger. Besonders oft trifft es Säuglinge zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat. Im Winter häufen sich die Fälle. Inzwischen gibt es viele Theorien über die Todesursache - eine beweisbare Erklärung des Phänomens aber nicht.
Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt: Babys sollten nicht auf dem Bauch schlafen und nicht zu warm angezogen werden. Das Risiko ist erhöht, wenn die Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben oder den Nachwuchs nicht stillen. Auch Rauchen in der Umgebung des Babys ist gefährlich. Die Eltern sollten Überwärmung durch zu dicke Kleidung und Decken, überheizte Räume und schlecht gelüftete Autos vermeiden. Beim Zusammentreffen mehrerer Faktoren erhöht sich das Risiko um das bis zu Zehnfache. Von rund 500 Todesfällen in Deutschland pro Jahr könnten 300 vermieden werden, sagt Soditt. Ein Säuglings-Schlafsack koste weniger als 20 Euro.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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