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Verkehrslärm und Abgase begünstigen allergische Erkrankungen bei Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Studie, die kürzlich im Bundesgesundheitsblatt vorgestellt wurde. Grundlage bilden die Daten von zirka 400 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, die im Landkreis Osterode im Harz leben und dort innerhalb eines Monats in die Praxis von zwei niedergelassenen Kinderärzten kamen. Anhand der Angaben ihrer Eltern zur Wohn- und Schlafsituation wurden 17 Prozent dieser Kinder als hoch belastet durch Straßenverkehrsimmissionen eingestuft, weitere 29 Prozent als mittelmäßig und 54 Prozent als niedrig belastet.
Bei der Auswertung ihrer Krankendaten zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Geräusch- und Schadstoffbelastung auf der einen Seite und gesundheitlichen Problemen auf der anderen: Jungen und Mädchen, die als mittelgradig beziehungsweise stark belastet eingestuft worden waren, hatten ein mehr als fünffach erhöhtes Risiko für chronische Bronchitis und ein mindestens dreimal höheres Risiko für Neurodermitis verglichen mit Kindern, die von Lärm und Abgasen verschont waren. Auch unruhige Verhaltensstörungen wurden dreimal häufiger bei jenen Jungen und Mädchen diagnostiziert, die an einer viel befahrenen Straße wohnten.
Nach Meinung von Studienleiter Hartmut Ising, ehemals Chef der Arbeitsgruppe Lärmwirkungen beim Umweltbundesamt, sind die Schadstoffe aus Autoabgasen ein bedeutsamer Risikofaktor für Asthma und Neurodermitis. Bekannt sei, dass die Feinstaubbelastung in Innenräumen zu 42 Prozent durch die Belastung der Außenluft bestimmt wird. Dadurch ist ein deutlicher Effekt der Außenluftbelastung auf die Luftqualität im Kinderschlafzimmer gegeben, wo sich die Kinder knapp die Hälfte des Tages aufhalten.
Durch die Luftschadstoffe allein lassen sich die Risikoerhöhungen, so Ising, jedoch nicht erklären. Der Verkehrslärm scheine die Situation ganz erheblich zu verschärfen: Die Kombinationsbelastung durch Kfz- Abgase und Lärm ist deutlich stärker als die in der Literatur beschriebenen Wirkungen von Kfz-Abgasen allein. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass das Immunsystem, um ordentlich zu funktionieren, unbedingt erholsamen und stressfreien Schlaf benötigt. Deshalb könne langfristig wiederholter Lärm in der ersten Nachthälfte auch eine unterstützende Wirkung auf allergische Erkrankungen haben, glaubt Ising.
(Forumsbeitrag von Frau Mohr)
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